Montag, 26. September 2016

Unser Garten im September


Der September ist ein Monat, in dem es im Garten sehr viel zu tun gibt. Nachdem der August uns in Hülle und Fülle hat schwelgen lassen, es ist jetzt an der Zeit im Garten aufzuräumen und noch einiges neu zu pflanzen.
Wir haben uns von einigen Forsythien- und Kirschlobeersträuchern getrennt, um Platz für neue Obstbäume zu schaffen. Frei nach dem Motto "Grow Food not lawns" oder "in unserem Garten wächst nur noch Essbares" versuchen wir jedes Jahr aufs Neue noch Platz für den Obst- und Gemüseanbau zu finden (misst unser Garten doch nur 600 m2). Dort, wo vor 10 Jahren, als wir das Haus mit Garten kauften, nur ein Quittenbaum alleine unter all den Ziersträuchern, Hecken und Gehölzern stand, wachsen heute jede Menge Beerensträucher, Weintrauben, Rhabarber, Kräuter, einjährige Blumen und Stauden für die Bienen, Schmetterlinge und Insekten, Erdbeeren, saisonales Gemüse, Mirabellen, Renekloden, Kirschen und seit gestern auch noch zwei Apfelbäume. Ausgesucht und eingepflanzt von meinen Jungs (die sich gedanklich schon Körbe voller Äpfel haben ernten sehen).  Noch sind die Bäumchen kaum größer als mein ältester Sohn, aber vielleicht werden sie in ein paar Jahren schon die ersten Äpfel tragen.
Sehr lecker sind die ersten Herbsthimbeeren. So lecker, dass ich mich beeilen musste, um das Foto oben zu machen. Sehr schnell sind die kleinen Hände meiner Kinder, wenn es um Himbeeren geht.
Alle Pflanzen, die es brauchen, bekommen jetzt im Herbst noch eine extra Portion reifen Kompost, verblühtes und totes Material wird abgeschnitten und landet auf der Kompostgrube (dem Lieblingsplatz der Hühner). Die letzten Salate sind bereits in der Erde, besonders freue ich mich auf den Feldsalat. In den nächsten Wochen pflanzen wir dann noch den Frühling in den Garten: die Zwiebeln der Frühlingsblüher. Viele davon, wie Traubenhyazinthen und Krokusse haben sich vermehrt und sind ausgewildert, andere, wie Zierlauch und Tulpen muss ich alle paar Jahre erneuern.
Die letzten Kräuter zum Trocknen habe ich jetzt, wo es so warm ist, noch geerntet und natürlich die Samen. Jedes kleine Samenkörnchen ist wie ein Versicherung, ein Versprechen auf neue Pflanzen im nächsten Jahr.

Und wie sieht es bei Euch im Garten gerade aus?

Liebe Grüße
Leni



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Donnerstag, 22. September 2016

Yarn along zum Herbstanfang


Heute ist Herbstanfang.
Die Tag- und Nachtgleiche markiert für mich immer den Zeitpunkt an dem die kurzen Hosen und die Sommerkleidung aus den Kleiderschränken verschwinden und die dicken Pullover und gefütterten Hosen wieder Einzug erhalten. Gut, dass pünktlich dazu auch endlich mein Strickprojekt fertig geworden ist. Eine warme Hose für meinen Jüngsten, die ihm (zum Glück, da ich ja immer so Pi mal Daumen stricke anstatt wirklich auszumessen) passt.

Und zum "Yarn along" gehört auch immer ein gutes Buch. Zum Lesen komme ich gerade nicht wirklich. Ein ungelesener Stapel Bücher begleitet mich schon seit Anfang des Jahres (oder länger?) mit Spannung versprechenden Romanen und interessanten Sachbücher. Meistens bin ich einfach zu müde, um mich dem Lesen zu widmen, um wirklich in eine Handlung abzutauchen oder eine Thematik zu verstehen und tagsüber fehlt mir schlicht die Zeit dafür.
Anders ist das hingegen bei Agatha Christie Romanen. Während meines Studiums legte ich jeden Tag eine 30 minütige Bahnfahrt zur Uni zurück. Zu lang, um nur aus dem Fenster zu gucken, zu kurz für hochtrabende Literatur (wurde man doch ständig angerempelt, angesprochen oder war lauten Telefonaten der Mitreisenden ausgesetzt). In der Zeit lernte ich Miss Marple und Hercules Poirot zu schätzen. Die Ausgaben der Kriminalromane stammen zum größten Teil von meinen Eltern, meist auf Englisch, der Rest vom Flohmarkt.
Es liest sich so einfach, die Schauplätze der Kriminalfälle, das England der 1920er und 30er Jahre und auch die Figuren von Agatha Christie haben einfach unglaublich viel Charme. Und so habe ich angefangen, sämtliche Roman, die ich vor gut 15 Jahren bereits auf den Zugfahrten gelesen habe, jetzt wieder im Wartezimmer der Kinderärztin, auf dem Hockeyplatz oder Abend noch schnell 10 Minuten vor dem Schlafengehen zu lesen. Ich finde immer sofort wieder hinein in die Handlung, sofort stehe ich mitten in London oder Cornwall oder in irgendeiner englischen Kleinstadt, umgeben von den weltbesten Detektiven (und ohne detailierte Grausamkeiten, Horror oder Psycho-Serien-Killer). Und das Beste: ich kann mich doch tatsächlich nicht mehr erinnern, wer der Mörder war!


Wie schön, dass die Lesezeit jetzt wieder so richtig losgeht.

Habt einen schönen Herbstanfang!



Sonntag, 18. September 2016

Das Apfelfest


Unser Apfelfest ist eines meiner Lieblingsfeste im Jahr. Die Girlanden mit den Apfeldrucken hängen schon seit ein paar Tagen am Fenster im Kinderzimmer und auf dem Jahreszeitentisch liegen leuchtend rote Äpfel neben den ersten Kastanien und Eicheln.
Der Tag beginnt mit Milchreis und selbstgemachten Apfelkompott und einem klassischen Apfel-Gedicht, "die Einkehr" von Ludwig Uhland (das unser Großer fast auswendig kennt):

Bei einem Wirte, wundermild,
da war ich jüngst zu Gaste;
ein goldner Apfel war sein Schild
an einem langen Aste.

Es war der gute Apfelbaum,
bei dem ich eingekehret;
mit süßer Kost und frischem Schaum
hat er mich wohl genähret.

Es kamen in sein grünes Haus
viel leichtbeschwingte Gäste;
sie sprangen frei und hielten Schmaus
und sangen auf das beste.

Ich fand ein Bett zu süßer Ruh
auf weichen, grünen Matten;
der Wirt, er deckte selbst mich zu
mit seinem kühlen Schatten.

Nun fragt' ich nach der Schuldigkeit,
da schüttelt' er den Wipfel.
Gesegnet sei er allezeit
von der Wurzel bis zum Gipfel!

Nach dem Frühstück ziehen wir uns an (die wetterfeste Kleidung, Gummistiefel und Jacken bleiben in diesem Jahr zu Hause) und fahren zu einem Bio-Apfelbauern in unserer Nähe. Von dort aus geht es mit dem Traktor (wenn man die Jungs fragt, das Beste am ganzen Tag) auf die Apfelplantagen. Dort stehen schon Schubkarren und Kisten bereit, um Äpfel und Birnen einzusammeln.
Zu ernten gibt es die Klassiker Elstar und Boskop, aber auch Raritäten wie den Rosenapfel und den Berlepsch. Jede Sorte (15 verschiedene werden dort angebaut) darf vorher probiert werden, und auch zwischendrin, wenn der Appetit auf saftige Äpfel zu groß wird. Nach und nach füllen sich Kiste und Korb, die Kinder sind in ihrem Eifer unermüdlich.
Zurück am Hof gibt es Kürbissuppe zum Mittagessen und die Kinder dürfen in einer Presse ihren eigenen Apfelsaft pressen.
Am Ende fahren wir mit knapp 30 Kilo Äpfel und Birnen nach Hause. Den größten Teil lagern wir im Keller ein, gerade der Boskop lässt sich gut aufbewahren. Der Rest wird sofort verarbeitet und gegessen, bereits am Nachmittag duftet es aus unserer Küche nach Apfelkuchen. Der beste Duft überhaupt.

Habt einen schönen Sonntag!
Liebe Grüße
Leni

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Sonntagsfreuden

Mittwoch, 14. September 2016

In der Küche


Ich kann es nur immer wiederholen: es ist Apfelzeit! Ob im eigenen Garten, beim Bauern oder auf der Streuobstwiese, überall lachen uns gerade leuchtend rote, geflammte, grüne und gelbe Äpfel an. Die gepflückten, makellosen Äpfel sind für den direkten Verzehr, aus dem Fallobst wird in der Regel der Apfelsaft hergestellt. Da sich unsere kleinen Fallobst-Mengen aber nicht für die Presse lohnen, koche ich gerne Apfelkompott daraus oder aber diesen schnellen, völlig unkomplizierten und super leckeren Apfelkuchen:

Zutaten:
4-5 mittelgroße Äpfel (Klaräpfel, Boskop oder einen ähnlichen Apfel)
75g weiche Butter
75g Zucker
150g Mehl
1 Ei
3 EL Milch

Anleitung:
Die Äpfel in Scheiben schneiden und auf den Boden der Auflaufform schichten.
Butter und Zucker schaumig schlagen und die übrigen Zutaten dazu geben. Den Teig über die Äpfel geben und im vorgeheizten Ofen bei 180 Grad ca. 40 Minuten backen.

Gelingt immer. Schmeckt super. Kinder erprobt. Für 3-4 Personen. Hat man mehr Gäste im Haus - einfach die Menge verdoppeln. Mit Schlagsahne oder Vanilleeis noch unwiderstehlicher.



So langsam beginnen die Vorbereitungen für unser Apfelfest am Wochenende.

Habt einen schönen Tag!

Liebe Grüße
Leni


Montag, 12. September 2016

Ein Spätsommertag


Dieser September weiß uns zu begeistern. Nicht nur, dass er unglaublich viel zu bieten hat (Äpfel, Birnen, Kürbisse, Kastanien, Eicheln, bunte Blätter, usw.), er schenkt uns auch noch das Wetter um so oft draußen zu sein wie nur möglich.


Losgegangen mit Bollerwagen, Picknickdecke, Apfelkuchen (das Rezept für unseren Lieblings-Apfelkuchen folgt die nächsten Tage), einem Korb (man weiß nie was man findet) und Opa.
Zurückgekommen mit müden, glücklichen Kindern (und natürlich auch mit Opa) und den letzten Zwetschgen und ersten Birnen für dieses Jahr.
Es sind solche Tage, die ich tief einatme, aufnehme, die mich erden, mich stärken und die ich so liebe.

Habt eine schöne Spätsommer-Woche!
Liebe Grüße
Leni

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Caros Grünzeug

Mittwoch, 7. September 2016

Eine Kräuter- und Beerenwanderung


Dass Kräuterwanderungen im März und April sehr beliebt sind, liegt an dem frischen Grün, dass die Natur im Frühjahr für uns bereit stellt. Alles, was jetzt aus dem Boden kommt, ist noch jung, zart und besonders schmackhaft. Denken wir nur an den Bärlauch oder die Knoblauchrauke.
Dass der Herbst aber auch eine ideale Zeit für Kräuterwanderungen ist, wissen wir jetzt Dank der Kräuterpädagogin Susanne Bauer, die uns rund um das Haus Bollheim (ein Demeter-Hof im Kreis Zülpich, in der Nähe von Köln) mitnahm und uns die Vielfalt der herbstlichen Kräuter-und Beerenwelt zeigte.
Jetzt im Herbst geht es weniger um die Ernte der Blätter der Pflanzen als viel mehr um deren Samen, erklärte sie uns. So zum Beispiel bei der Brennnessel. Im Frühjahr sind die jungen Brennnesselpflanzen beliebte Küchengäste, werden zum Beispiel wie Spinat zubereitet (bei weitaus mehr gesunden Inhaltsstoffen). Im Herbst hingegen kann man die Samen der Brennessel sammeln und rösten. Der Geschmack der Samen ist leicht nussig, der Anwendungsbereich ähnlich dem der so beliebten Chiasamen.
Ausgerüstet mit einer Lupe wurden die Wildkräuter über zwei Stunden lang eingehend betrachtet, betastet und verkostet. Damit es für die Kinder aber nicht zu langweilig wurde, und die anderen Teilnehmer der Wanderung in Ruhe Fragen stellen konnten, boten Strohballen und Apfelbäume eine willkommene Abwechslung, genau so wie die Riesen Klette, mit deren Samenbälle man tolle Wurfspiele machen kann und (wer hätte das gedacht) deren Wurzeln, Blätter und Stiele essbar sind.
Kennengelernt haben wir unter anderem Malven, Weißdorn, Schafgarbe, Hagebutten, Schlehen, Gundermann, Kamille, wilde Möhre, Klee und Spitzwegerich. Letzterer ist auf Spaziergängen mit Kindern besonders hilfreich, da er eine antiseptische Wirkung hat. Pflückt man seine Blätter und drückt sie zusammen bis der Saft leicht austritt, kann man ihn als erste Hilfe Maßnahme bei Insektenstichen, Wunden und Brennnesselquaddeln verwenden. Hat man ihn nicht frisch im Garten, lohnt es sich eine Tinktur aus seinen Blättern herzustellen und zu Hause aufzubewahren.
Ein Highlight für die Kinder war dann noch die Herstellung von (Kräuter-) Butter. Dafür
gaben wir Sahne in ein Einmachglas mit kleingehackten Kräutern und dann durfte jeder reihum das Glas schütteln. Es dauerte nicht lange, und (sehr zum Erstaunen der Kinder) ein dicker Klumpen Butter hatte sich im Glas gebildet.




Den Abschluss der Führung bildete die Verkostung am Ausgangspunkt der Wanderung. Dort durften wir nicht nur die selbst geschüttelte Kräuterbutter probieren sondern auch eingelegte schwarze Walnüsse, Rosen- und Holundergelee und unglaublich leckere, leuchtend rote Hagebutten-Konfitüre.


Der Herbst ist gerade erst eingezogen, die beste Zeit also um wilde Beeren und Kräuter zu sammeln und haltbar zu machen. Um das Wissen, was man jetzt gerade alles pflücken kann und darf und wie man es am besten konserviert, sind wir jetzt ein wenig reicher.
Wer Lust bekommen hat auch mal eine herbstliche Führung mitzumachen, dem empfehle ich den NaBu als Ansprechpartner und Vermittler oder (wer im Raum Bonn/Köln zu Hause ist) natürlich Susanne Bauer zu kontaktieren.



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Caros Grünzeug

Donnerstag, 1. September 2016

Hallo September!



Die morgentlichen Nebelschwaden, das feuchte Gras, die so früh einsetztende Dämmerung, die ersten fallenden Blätter - alle Weichen sind auf Herbst gestellt. Ein Teil von mir möchte den Sommer noch nicht gehen lassen, der andere Teil freut sich auf die farbliche Pracht und kulinarische Fülle des Herbstes. Der September macht uns den Übergang zwischen Sommer und Herbst ein wenig leichter. Die Tage sind noch warm, das Licht so schön golden, der Garten steht in voller Pracht. Wie könnte man den September nicht mögen?
Wir feuen uns im September auf:

* unser Apfelfest. Erst geht es wieder mit dem Traktor raus auf die Plantagen zur Apfelernte und dann gibt es leckeren Apfelkuchen und frischen Apfelsaft (ein paar Eindrücke aus den letzten Jahren gibt es hier)
* den Weltkindertag am 20. September. Inspiriert von den vielen Menschen die auf Instagram zeigen wie sie diesen Tag mit ihren Kindern feiern, soll es auch für uns dieses Jahr ein besonderer Tag werden.
* Drachen steigen lassen. Jedes Jahr wieder spannend. Welcher Drache wohl dieses Jahr am höchsten steigt?
* die ersten Walnüsse (oder auch Schälnüsse). So lecker!
* Pilze. Angeblich soll dieses Jahr eines der besten Pilzjahre werden (aber auch die Jahre davor waren nicht schlecht. Schaut mal hier.
* Weinfeste.
* neues Bastelmaterial, wie Kastanien und Eicheln.
* Pflaumen /Zwetschgen.
* die Herbst Tag-und-Nacht-Gleiche.
* die ersten bunten Blätter.
* die Kartoffelnachlese bei den Bauern.
* Kürbisse. Diese Farbe! Und Vielfalt!
* Dahlien, Ringelblumen und Sonnenblumen (für mich DIE Herbstblumen).


"Bunt sind schon die Wälder, gelb die Stoppelfelder. Und der Herbst beginnt..."

Ich wünsche Euch einen wunderschönen September!




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Sonjas Monatsmotto