Montag, 27. Juli 2015

Eine Menge Zeit



Der letzte Post über meine vierte Schwangerschaft war mit Abstand das Emotionalste, was ich je verfasst habe und veröffentlicht habe. Ich hoffe, mit meinem Erfahrungsbericht anderen Müttern helfen zu können, genauso wie es auch mir geholfen hat, mir diese schwierige Situation von der Seele reden und schreiben zu können. Ich danke Euch sehr für die lieben Kommentare und aufmunternden Worte!

Diese Schwangerschaft zwingt mich zur Ruhe - und gibt mir gleichzeitig Zeit, endlich die Projekte anzugehen oder zubeenden, die schon so lange in meinem Kopf und auf meiner To-Do-Liste stehen.

Beendet habe ich nun endlich den Kapuzenpullover für mein Jüngsten. Ja, ich weiß, sehr passend im Sommer ;-) Aber toll findet er ihn trotzdem. Und das liegt nicht zuletzt an den Schäfchenknöpfen, die unbedingt und irgendwie mit auf den Pullover mussten.

Die Vorlage stammt von den der lieben Caroline von den  Naturkindern  und wurde von mir nur größen- und knöpfetechnisch ein wenig abgeändert.

So, das nächste Strickprojekt wartet bereits. Meine beiden anderen Jungs möchten eine Strickjacke mit Traktor-, bzw. Sternenknöpfen. Also dann...

Liebe Grüße
Leni

Dienstag, 21. Juli 2015

Eine schwierige Schwangerschaft



Die Entscheidung für ein viertes Kind fiel ganz bewusst. Wir haben den Platz, die Kraft und die Liebe für ein weiteres Kind. Und es gibt nichts Schöneres im Leben als Kinder.

Bald erfuhren wir, dass es sogar Zwillinge sein sollten. Zweieiige Zwillinge. Die Überraschung war groß, die Freude ebenfalls. Die leichten Bedenken, ob fünf kleine Kinder eine zu große Herausforderung darstellen würden, waren schnell abgelegt. Die Übelkeit und Müdigkeit in den kommenden Wochen war lähmend, aber ging vorbei. In der 14. Woche stand dann der erste große Ultraschall an. Kind Nr. 1 war gesund und völlig unauffällig. Bei Kind Nr. 2 stutzte die Ärztin plötzlich. In der Fruchthöhle von Kind Nr.2 befand sich ein weiterer Fötus. Es waren eineiige Zwillinge. In meinem Bauch befanden sich also nicht Zwillinge, sondern Drillinge. Die Wahrscheinlichkeit für eine solche Konstellation (bei normaler Zeugung wie bei uns) ist gleich einem Sechser im Lotto. Der Fötus in der Fruchthöhle von Kind Nr. 2 war aber leider nicht lebensfähig. Schlimmer noch. Es war ein so genannter parasitärer Zwilling, eine T.R.A.P.-Sequenz, die durch Kind Nr. 2 versorgt wurde und somit eine Gefahr für das bis dahin noch gesunde Kind Nr.2 darstellte. Überwältigt und stark verunsichert von der neuen Situationverunsichert verließen wir den Ultraschalltermin, um zwei Tage später bei der Uniklinik in Bonn vorstellig zu werden, Spezialisten auf dem Gebiet von Mehrlingsschwangerschaften und dem seltenen Phänomen des parasitären Zwillings.
Nach einer ausgiebigen Untersuchung, erklärte man uns genau, wie unsere Ausgangslage sei und welche Optionen wir für die Fortführung der Schwangerschaft  hätten. Kind Nr. 1 war weiterhin gesund, Kind Nr. 2 war sehr viel kleiner und hatte bereits eine Herzinsuffizienz als Folge der Mitversorgung des TRAPs. Der TRAP selber war alleine nicht lebensfähig, hatte weder einen Kopf, noch ein Herz. Würden wir einfach alles so belassen und die Schwangerschaft ohne Eingriff weiterführen, würde Kind Nr. 2 weiter geschädigt werden, wahrscheinlich sogar sterben und dann eventuell auch Kind Nr.1 gefährden. Gegen eine ( sonst übliche) Ablaserung des TRAPs sprach der Umstand, dass die Nabelschnüre von Kind Nr. 2 und dem TRAP ineinander verwickelt waren. Eine Ablaserung und somit eine Beendigung der Mitversorgung des TRAPs durch Kind Nr. 2 war unmöglich. Man riet uns dazu, die Schwangerschaft mit Kind Nr. 2 zu beenden und damit die Chance auf ein gesundes Kind Nr. 1 zu erhöhen.
Die nächsten Tage lagen wie im Nebel. Wir mussten schnell eine Entscheidung treffen, je eher der Eingriff zum Fetozid vollzogen würde, desto höher sei die Wahrscheinlichkeit, dass Kind Nr. 1 alles  unbeschadet überstände und mein Körper die tote Fruchthöhle absorbiere.
Es war die schwerste Entscheidung meines Lebens. Und während ich die Worte tippe, fließen meine Tränen wieder unaufhaltsam. Ausschlaggebend für unsere Entscheidung die Schwangerschaft und damit das Leben von Kind Nr. 2 zu beenden war eine rationale Abwägung der Chancen und Risiken, so hart dies auch klingt und so sehr ein Teil von mir mich auch für diese Abwägung bis heute verurteilt. Am Ende zählte für uns, dass die Wahrscheinlichkeit auf ein gesundes Kind bedeutend größer war als auf zwei gesunde Kinder. Und zwei schwerstbehinderte Kinder hätten wir ehrlicherweise im Hinblick auf unsere drei Kinder zu Hause nicht verkraften können.

Der Eingriff erfolgte in der 15. Woche, schmerzhaft und für mich zu furchtbar um es zu beschreiben.
Ich nahm danach psychologische Hilfe in Anspruch, um dieses Erlebnis zu verarbeiten.

Eine Woche später fingen die Blutungen an. Dann sprang die Fruchtblase der nicht mehr intakten Schwangerschaft. Wir hofften und beteten, dass mein Körper keine Fehlgeburt einleiten würde. Es folgten stationären Aufenthalte, weitere Blutungen und Kontraktionen. Doch Kind Nr.1 blieb und wuchs. Ich durfte wieder nach Hause. In der 22. Woche verlor ich erneut Fruchtwasser und der Ultraschall zeigte meinen kleinen Kerl mit sehr wenig Fruchtwasser. Seine Fruchtblase hatte ein Loch bekommen, einen so genannten hohen Blasensprung. Wieder kam ich in die Klinik, wieder wurde mir Antibiotika gegeben. Mit den Kinderärzten der Klinik sprachen wir über den Fall der Frühgeburt und den damit verbundenen Folgen. Über Maximalversorgung, palliativer Versorgung und dem möglichen Versterben des Kindes. Für mich war dies alles so unwirklich. So fern. Und doch überwältigten mich die Sorgen und Ängste zwischendurch bis auf das Unerträglichste.
Die Situation stabilisierte sich zum Glück. Die Blutungen und der Abgang des Fruchtwasser ist zwar noch fortwährend gegeben, mein Kind hat aber noch Fruchtwasser um sich herum; der Körper produziert immer wieder neues. Die Infektionsgefahr ist sehr hoch, daher werde ich weiterhin streng überwacht. Ende der 24. Woche haben wir mit der Lungenreifung begonnen und kämpfen (jetzt aktuell in der 25. Woche) um jeden Tag. Ich habe mich entschieden die Zeit so lange es vertretbar ist, zu Hause zu verbringen un dnicht im Krankenhaus und mich ambulant überwachen zulassen. Wir hoffen, dass wir es  mindestens in die 28. Woche schaffen, natürlich lieber noch länger. Spätestens aber in der 32. Woche würde unser Kind geholt werden.
Diese Schwangerschaft ist natürlich alles andere als normal. Manchmal vergesse ich die ganzen Sorgen und fühle mich einfach nur wohl mit meinen dicken Bauch und spüre die Tritte des kleinen Menschen der dort drinnen wohnt. Ich mochte es immer schwanger zu sein. Ich schaue meinen Kindern zu, lese mit ihnen Geschichten, spaziere durch unseren Garten und erfreue mich an unserem selbst angebauten Gemüse. Dann aber sehe ich auf der Toilette wieder das Blut und habe Angst um die Zukunft meines Kindes und meiner Familie.
Der Gedanke, dass wir nun schon soweit gekommen sind, trotz aller widrigen Umstände, gibt mir die  Kraft genauso weiter zumachen. Und vielleicht liest eine werdende Mutter, die in einer ähnlichen Situation ist, meine Geschichte und läßt sich dadurch ermutigen die Hoffnung auf ein glückliches Ende niemals aufzugeben...

Sonntag, 12. Juli 2015

Beerenzeit



Nach und nach reifen hier alle Beeren heran, von Johannisbeeren über Stachelbeeren bis zu den Blaubeeren. Vereinzelt wächst hier sogar noch eine Erdbeere, obwohl die Hauptzeit dafür leider schon vorbei ist. Das Vorratsregal füllt sich währendessen mit allerlei süßen Köstlichkeiten. Besser kann man den Sommer nicht konservieren!
Ich wünsche Euch einen wunderbaren Sonntag ♥

Donnerstag, 2. Juli 2015

Im (etwas kühleren) Eifel-Garten






Bei den momentanen Temperaturen hat man es als Schwangere nicht ganz so leicht (mittlerweile in der 22. Woche und doppelt so großen Füßen ;-)). Während ich zu Hause im Garten dauerhaft das Planschbecken der Kinder besetzte, ist es in der ein paar Grad kühleren Eifel am Bach sehr viel besser auszuhalten. Und das ist auch der Grund, warum wir hier gerade viel Zeit verbringen. Und dem Gemüse beim Wachsen zusehen kann man auch noch!
Neben dem Gewächshaus mit Tomaten, Gurken und Zucchini, liegt das Feld mit Wirsing, Rotkohl, Kohlrabi, Salat und Möhren. Die restlichen Felder beherbergen dieses Jahr überwiegend Kartoffeln, Bohnen, Zwiebeln und Knoblauch.

Morgen geht zum See. Oder besser gesagt zum Maar. Und die sind bekannt dafür wunderbar kühl zu sein.
Andere "grüne" Einblicke bekommt Ihr auch diese Woche wieder bei Caro ;-)

Ich wünsche Euch angenehme Sommertage!