Freitag, 27. Mai 2016

Ökologisch Gärtnern gegen Schädlinge


Wenn man sein eigenes Obst und Gemüse anbaut (oder natürlich auch wenn man einen Ziergarten hat), lernt man sehr schnell die verschiedensten Schädlinge kennen. Schnecken, die jede Jungpflanze mit Blatt und Stiel verspeisen, Käfer, die auf alle Arten von Gemüse und Obst fliegen,  Blattläuse, Schildläuse, Möhren-, Kohl- und Zwiebelfliegen, Motten, Milben, Flöhe, Würmer und Raupen (und sicher auch noch eine Menge mehr). In der konventionellen Landwirtschaft (und leider auch bei vielen Gartenbesitzern) sind chemische Bekämpfungsmittel die erste Wahl. Sie sind bequem und zuverlässig. Wer jedoch seinen Garten als geschlossenes Ökosystem betrachtet, den großen Zusammenhang seines Tuns mit dem Lebewesen im Garten erkennt und Verantwortung für die Natur, Umwelt und seine Kinder übernimmt, der kommt nicht daran vorbei seinen Garten ökologisch, biologisch oder bio-dynamisch zu pflegen und zu bewirtschaften. Und das bedeutet, auf synthetische und chemische Pflanzenschutzmittel zu verzichten und stattdessen auf die Widerstandskraft der Pflanzen, Nützlinge, Fruchtfolge, Mischkultur und biologische Mittel zu setzen.

Natürlich bleibt man trotzdem nicht von Schädlingen verschont. Diese "Kerlchen" durfte ich bereits kennenlernen und so gehe ich mit ihnen um:

Blattläuse. Erst sieht man sie nur vereinzelnd. Wenige Tage später sitzen riesige Kolonien, gerne auch bewacht von Ameisen) auf den Stielen, Zweigen und Blättern.
Wenn ich sie rechtzeitig entdecke, spritze ich sie mit Wasser ab oder setzte einen Brennessel-Kaltauszug auf. Ich schneide frische, nicht blühende Brennessel klein, gebe sie in einen Eimer und bedecke sie mit Wasser (Verhältnis 1 kg Brennessel auf 10 l Wasser). Nach einem Tag seihe ich das Wasser wieder ab und fülle es in eine Sprühflasche. Nun besprühe ich die mit Blattläusen befallenen Teile der Pflanzen und Bäume damit. Die Kieselsäure aus den Brennesseln bringt die Blattläuse nicht um, aber vertreibt sie. Den Rest erledigen dann die Nützlinge, wie zum Beispiel der Marienkäfer.
Sitzen die Blattläuse allerdings schon in mehreren Reihen aufeinander auf den Pflanzenteilen, befülle ich die Sprühflasche mit einer Mischung aus Rapsöl und Wasser, schüttele alles gut durch und besprühe die Pflanze. Das Rapsöl verklebt die Blattläuse und wäscht sie beim nächsten Regen ab.

Der Himbeerkäfer legt seine Eier in die Himbeerblüte der Sommerhimbeeren ab. Die Larven findet man dann in den reifen Früchten. Zwei Jahre hintereinander hatten wir fast keine Himbeere ohne Larve (sehen aus wie Maden) im Garten. Einziger Trost waren uns die Herbsthimbeeren, die durch ihre späte Blütezeit vom Käfer verschont bleiben. Man kann eine Folie oder eine Plane unter die Himbeersträucher auslegen, die verhindern soll, dass sich der Himbeerkäfer in die Erde eingräbt (um dort zu überwintern) oder im Frühjahr wieder aus der Erde wieder herauskommt. Schafft es dann aber doch irgendein Käfer, hat man im nächsten Jahr wieder ungenießbare Himbeeren. Daher haben wir uns für eine radikale Maßnahme entschieden. Wir schnitten alle Himbeeren ab und verzichteten ein Jahr auf die Früchte. So unterbrachen wir den Himbeerkäfer-Generationenzyklus und haben seit dem (toi, toi, toi) wieder Larvenfreie Früchte.

Schnecken sind im immer ein großes Thema. Auf unserem Eifelgrundstück leben so viele Frösche, Kröten und Igel, die die Schnecken in Schach halten. Aber in unserem Hausgarten fehlen einfach die Gegenspieler der Schnecken.
Ich sammele die Schnecken regelmäßig ab und versuche die Jungpflanzen in PET-Flaschen zu schützen. Was man nicht vermeiden kann, mit dem muss man sich arrangieren. So lege ich hier und dort welke Salatblätter für die Schnecken aus, in der Hoffnung, dass sie meine "Opfergabe" annehmen und die Gemüsepflanzen dann verschonen.

Die Raupen des Kohlweißling sitzen mit Vorliebe auf meinem Brokkoli und dem Rotkohl. Vermeiden kann man das, indem man frühzeitig Netze über die Pflanzen spannt. Da meine Kinder sich aber so sehr über die Raupen (und die Schmetterlinge) freuen, überlasse ich ihnen gerne einige Pflanze.

Die Beete in unserem Garten sind mit Buchs bepflanzt. In diesem Jahr habe ich den Buchsbaumzünsler kennengelernt. Er ist ein Neozoon, ein Kleinschmetterling, der im asiatischen Raum beheimatet ist und hier hin eingeschleppt wurde. Seine Raupen fressen die Buchsbäume kahl (woraufhin der Buchs eingeht) und haben hier in unseren Breitengraden keine natürlichen Fressfeinde (den Vögeln scheinen die Raupen nicht zu schmecken...). Das Absammeln der Raupen ist bei der Menge an Buchs, die wir im Garten haben, recht mühsam. Eine Freundin empfahl mir das Absaugen der Raupen und Eier mit einem Staubsauger. Zum Glück hatten wir noch einen alten Staubsauger, der dafür in Frage kam. Und auch wenn es erst ein wenig seltsam anmutete, meine Buchshecken abzusaugen, der Erfolg sprach für sich. Leider bedeutet der einmalige Erfolg nicht, dass der Zünsler nicht wieder kommt. Bis zu 4 Generationen (!) können in einem Jahr heranwachsen.

Möhren sind jedes Jahr (neben Gurken und Tomaten) DAS Lieblingsgemüse meiner Kinder. Daher ist mir auch die Möhrenfliege bekannt. Überall kann man lesen, dass man am besten Möhren und Zwiebel in einer Mischkultur setzt, um die Möhrenfliege (die vom Geruch angezogen wird) fern zu halten. Meine Möhrenfliegen wissen das anscheinend aber nicht.
Im Hochbeet habe ich noch keine einzige madige Möhre gehabt (vielleicht fliegen Möhrenfliegen nicht so hoch?), am Boden schlagen sie jedoch gerne zu. Hilfreich ist hier zum einen die Fruchtfolge. Die Möhren jedes Jahr in ein anderes Beet zu pflanzen macht es den Fliegen ein kleines bißchen schwerer sich an meine Möhren zu vergreifen. Und zum anderen Knoblauch-Brühe. Manchmal jedenfalls.

Ich weiß wie frustrierend es ist, wenn man den Boden vorbereitet, das Saatgut sorgfältig auswählt, Jungpflanzen vorzieht oder direkt in das Beet sät, die Pflänzchen hegt und pflegt, und dann am Ende einen großen Teil (oder im schlimmsten Fall) alles an Schädlinge verliert. Andererseits spielt jedes noch so kleine Tier ein wichtige Rolle im Lebensgeflecht der Natur. Daran sollt man immer denken, bevor man zu radikaleren Methoden gegen Schädlinge greift.


Ich bin sehr gespannt, was Eurer Tipp gegen Schädlinge im Garten ist! Schreibt gerne in den Kommentaren eure Erfahrungen und Anregungen.
Und habt ein schönes Wochenende!

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EiNab
Grünzeug

Montag, 23. Mai 2016

Bäume für meine Kinder



Wen man mit Kindern einen Spaziergang macht, hat man nach kurzer Zeit ein Sammelsurium an Wegesrand-Fundstücken in den Taschen. Immer. Von Federn über Steine, Stöcke, Stöcke und nochmals Stöcke, diverse Zapfen und (vornehmlich im Herbst) Kastanien, Eicheln und Nüsse.
Die Fundstücke meiner Kinder landen in der Regel bei uns in einer Kiste, einer Naturmaterial-Bastelkiste und warten dort auf ihren Einsatz. Im letzten Herbst haben wir jedoch ein paar Eicheln, Kastanien und Nüsse nicht in die Bastelkiste, sondern in eine Kiste mit Erde gelegt. Die Erde haben wir feucht gehalten und über den Winter nach draußen gestellt. Im Frühjahr holten wir die Kiste mit den Baumfrüchten wieder ins Haus - und kurze Zeit später platzten die ersten Eicheln auf und schoben einen Trieb hinaus.



Jedes der ausgetrieben Pflänzchen legten wir in ein Glas mit Erde, so konnten wir auch das Wachstum unter der Erde betrachten. Die Gläser stellten wir wieder auf die Fensterbank nach draußen.

Jetzt, knapp 2 Monate später haben sich die ersten Blätter gezeigt. Kleine Eichenbäumchen (im rechten Glas auf dem ersten Foto ist, glaube ich, eine Haselnuss) !
Das Glas wird nun langsam zu eng und wir setzten die kleinen Bäumchen in den nächsten Tagen auf unser Eifelgrundstück. Hier haben sie genug Platzum groß zu werden.

Ein eigenes Bäumchen heranzuziehen hat meinen Kindern viel Spaß gemacht. Viele Eicheln, Kastanien und Nüsse sind aber trotz Stratifikation (die Vorbehandlung der Samen - in diesem Fall die Winterruhe und die feuchte Umgebung) nicht gekeimt. Wer es also einfacher haben möchte, sucht im Frühjahr bereits gekeimte Exemplare unter den jeweiligen Bäumen und setzt sie dann in ein Gefäß.

Eichenbäume 50 Jahre brauchen bis sie selber Eicheln produzieren, habe ich mal gelesen. Irgendwie ein schöner Gedanke, dass irgendwann meine Urenkel vielleicht Eicheln von genau diesen Bäumen, die ich mit meinen Jungs gezogen habe, sammeln. Aber wer weiß das schon ;-)


Liebe Grüße
Leni


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und Caros Grünzeug

Dienstag, 17. Mai 2016

Ein Glas voller Wünsche



Nachdem sich die Löwenzahn-Wiese hinter unserem Haus in eine Pusteblumen/ Butterblumen-Wiese verwandelt hat, ist sie ein noch beliebterer Platz für meine Kinder geworden. Eifrig werden die weißen Löwenzahnbäusche von meinen Jungs gesammelt, um dann in alle Windrichtungen weggepustet zu werden. Als Kind verband ich mit dem Pusten der Pusteblumen die Äußerung eines Wunsches, ähnlich dem Auspusten der Kerzen auf dem Geburtstagskuchen. Darum, und um die doch so schnell vergängliche Schönheit der Pusteblumen ein wenig länger zu konservieren, haben wir einige von ihnen in einem Glas gesammelt. Dort machen sie sich neben unserem Jahreszeitentisch sehr hübsch. Vielleicht werden sie aber auch zu einem kleinen Geschenk für eine liebe Freundin. Wunscherfüller kann man immer gebrauchen :-)


Und Euch wünsche ich einen guten Start in diese kurze Arbeits/Schulwoche!



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Die Idee stammt von  Pinterest

Mittwoch, 11. Mai 2016

Ab in die Erde!


Es ist gerade eine Menge im Garten zu tun. So viel muss jetzt schnellstens in die Erde gebracht und ausgesät werde. Die letzten Wochen hatten wir hier nachts Bodenfrost, erst seit Christi Himmelfahrt steigen die Temperaturen kontinuierlich. Für uns der Start in die Kartoffelsaison. Die eigentlich schon im März mit der Auswahl der Saatkartoffeln begonnen hat. Dieses Jahr haben wir uns für vier verschiedene Sorten entschieden: den "blauen Schweden", die mit ihrer dunkel-lila Färbung ein Hingucker sind, "La Ratte", die Köstlichste aller Kartoffeln, "Belle de Fontenay", eine für uns neue historische französische Sorte und der "Sieglinde", eine altbewährte, ertragreiche und lagerfähige Kartoffelsorte. Wir haben die Saatkartoffeln im Keller gut einen Monat vorkeimen lassen (der blaue Schwede hatte leider viel zu schnell lange Triebe bekommen), das erleichtert den Start im Beet und verkürzt die Wachstumsdauer der Kartoffeln. Um jede Kartoffel wickelten wir ein Blatt Beinwell, bevor wir sie in die Erde legten. Das soll die Kartoffelkäfer fern halten (bisher hat es geholfen).
Nachdem die Kartoffel endlich alle in der Erde waren (immerhin sind es vier Kartoffelbeete) müssen wir jetzt nur noch regelmäßig wässern. Und sobald sich die ersten Blätter an der Erdoberfläche zeigen, beginnen wir mit dem Aufschütten der Erde und setzten eine Beinwelljauche zur Düngung an.
Mittlerweile sind auch die späten Möhren schon ausgesät, der vorgezogene Kohl ist in der Erde, die Gurken haben bereits das Gewächshaus bezogen. Einzig die Bohnen fehlen noch. Zu sehen wie ganze Büsche von Bohnen und Erbsen durch zwei Nächte Frost im Mai dahin waren, haben mich gelehrt Geduld zu haben und die Eisheiligen abzuwarten.

Wie sieht es bei Euch im Garten aus?

Liebe Grüße
Leni

Verlinkt mit Caros GRÜNZEUG

Mittwoch, 4. Mai 2016

Die (Kinder-) Welt des Hieronymus Bosch



Alle zwei bis drei Wochen sind wir in der Bücherei, auf der Suche nach neuen, tollen und spannenden und interessanten Büchern. Die Geschmäcker eines Vierjährigen, Fünfjährigen und bald Siebenjährigen gehen beim Lesestoff komplett auseinander. Während der Große die "Doktor Proktor"-Reihe von Jo Nesbo gerade zum zweiten Mal verschlingt, schmökert der Nächste in "Asterix & Obelix", und mein Vierjähriger mag immer noch die "Wieso, Weshalb, Warum"- Bücher am allerliebsten.
Doch ein Buch hat alle drei Jungs gleichermaßen fasziniert: "Hieronymus" von Thé Tjong-Khing. Es ist ein Bilderbuch, kommt ohne Worte aus, und erzählt trotzdem so viel. Der kleine Junge Hieronymus fällt beim Spielen von einer Klippe und landet in der surrealen Welt von Hieronymus Bosch, der übrigens gerade anläßlich seines 500. Todestages in seiner Heimatstadt `s-Hertogenbusch (einen Reisebericht findet Ihr bei Herrn Ackerbau) mit einer Ausstellung geehrt wird. Dort begegnet der Junge allerlei seltsamen Kreaturen, hilft in der Not, findet Freunde und muß erkennen, daß man nicht Jedem vertrauen kann.
Immer wieder entdeckt man beim Hin- und Herblättern neue Geschichten, Figuren und Dinge. Es ist wunderbar zu sehen, wie sich meine Kinder die Geschichte gegenseitig erzählen, den Kreaturen Namen geben und erstaunt über die Bildgewalt und den Fantasiereichtum des bzw. der Künstler sind und sich über die Handlung austauschen.

Gefunden haben wir das Buch in der Kiste der Neuerscheinungen in unserer Bücherei. Hergeben wollten wir es aber nicht mehr - kurzerhand haben wir es hier erstanden und können es nur weiterempfehlen!


Montag, 2. Mai 2016

Oh Mai!



Besser als Erich Kästner kann man das Mai-Gefühl kaum in Worte fassen, daher lasse ich ihm den Vortritt:

Im Galarock des heiteren Verschwenders,
ein Blumenzepter in der schmalen Hand,
fährt nun der Mai, der Mozart des Kalenders,
aus seiner Kutsche grüßend, über Land.


Es überblüht sich, er braucht nur zu winken.
Er winkt! Und rollt durch einen Farbenhain.
Blaumeisen flattern ihm voraus und Finken.
Und Pfauenaugen flügeln hinterdrein.


Die Apfelbäume hinterm Zaun erröten.
Die Birken machen einen grünen Knicks.
Die Drosseln spielen, auf ganz kleinen Flöten,
das Scherzo aus der Symphonie des Glücks.


Die Kutsche rollt durch atmende Pastelle.
Wir ziehn den Hut. Die Kutsche rollt vorbei.
Die Zeit versinkt in einer Fliederwelle.
O, gäb es doch ein Jahr aus lauter Mai!


Melancholie und Freude sind wohl Schwestern.
Und aus den Zweigen fällt verblühter Schnee.
Mit jedem Pulsschlag wird aus Heute Gestern.
Auch Glück kann weh tun. Auch der Mai tut weh.

Er nickt uns zu und ruft: "Ich komm ja wieder!"
Aus Himmelblau wird langsam Abendgold.
Er grüßt die Hügel, und er winkt dem Flieder.
Er lächelt. Lächelt. Und die Kutsche rollt. 

 


Wir freuen uns im Mai auf:

* die Waldmeisterbowle. Schmeckt am besten im Mai. Hier gibts das Rezept!
* die Feiertage. Christi Himmelfahrt, Pfingsten und Fronleichnam. Mehr Zeit für die Familie.
* Erdbeeren und Spargel.
* Fahrradtouren.
* Pfingstrosen, Flieder, Rosen, Rhododendron, Maiglöckchen, Blauregen, Akelei und Lupine.
* frischen Salat, Kohlrabi und Radieschen aus dem Gemüsebeet.
* den Muttertag!


Ich wünsche euch einen guten Start in die erste  Mai-Woche !