Montag, 28. August 2017

Alles neu! Familienjahr zieht um!


Größer, schöner, übersichtlicher und ganz neu: Familienjahr ist umgezogen!

Ihr findet uns jetzt hier: www.familienjahr.com!

Bis später ♥

Freitag, 14. Juli 2017

School´s out/ Sommerferien To-Do-Liste


Sechs Wochen Sommerferien liegen jetzt vor uns! Und natürlich darf sie auch in diesem Jahr nicht fehlen, unsere Sommerferien-To-Do-Liste (wo wäre ich nur ohne meine Listen ;-)).
Hier, bitte schön, zum Audrucken, an den Kühlschrank pappen, ergänzen, durchstreichen, inspirieren lassen und abhaken:

* Im See/ Meer schwimmen gehen
* Eis selber machen
* Blaubeeren pflücken
* Flaschenpost verschicken
* Glühwürmchen suchen
* einen Flohmarkt besuchen oder auf einem Flohmarkt verkaufen
* Zelten (wenn auch nur im Garten oder auf dem Balkon)
* eine Pyjama-Party schmeißen
* durch den Rasensprenger laufen
* selbstgemachte Limonade trinken
* ein Open-Air Film/Theater/Konzert besuchen
* früh aufwachen um den Sonnenaufgang zu sehen
* Sterne gucken (läßt sich gut mit dem vorigen Punkt verbinden)
* einen Kuchen für die Nachbarn backen (da sie dieses Jahr wieder auf unsere Hühner aufpassen müssen während wir im Urlaub sind, backen wir lieber gleich zwei Kuchen ;-))
* Steine sammeln und anmalen
* wilder Brombeeren pflücken und daraus Gelee oder Marmelade machen
* eine (Nacht-)Wanderung machen
* einen Wassermelonenkerne-Weitspuck-Wettbewerb veranstalten (alternativ: Kirschkerne. Aber Achtung: die können aus Versehen auch schon eingeatmet werden, also nur mit größeren Kindern machen)
* besondere Spielplätze besuchen (z.B. einen Wasserspielplatz)
* ein Outdoor-Spiel lernen (Federball, Cricket, Kubb, Corn Hole, etc.)
* eine Fahrradtour machen
* Kirschen pflücken
* die Bücherei besuchen
* einen Familien-Spiele-Abend machen
* einen Verwandten besuchen
* Muscheln sammeln (oder andere Sommerschätze)
* ein Sommertagebuch gestalten
* Sommerblumen pflücken
* eine Sandburg bauen
* ein Gewitter beobachten
* ein Picknick machen
* an einem Lagerfeuer sitzen


Ich wünsche Euch eine entspannte, leichte, großartige, abenteuerreiche, wunderbare Familienzeit!

Liebe Grüße
Leni


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Caros Grünzeug, dem Freutag 
und dem Blogsommer 

Donnerstag, 6. Juli 2017

Beeren, Beeren, Beerentarte



Die Beerensaison geht hier gerade in die nächste Runde. Während wir uns von den Johannisbeeren und Stachelbeeren aus unserem Garten jetzt so langsam verabschieden müssen, können wir jetzt die Blaubeeren endlich begrüßen. Und die sind hier bei allen sehr beliebt (besonders bei den Hühnern, leider). Deshalb ist es auch gar nicht so einfach ein paar Beeren für meinen Kuchen zusammen zu bekommen (oder für das Müsli am Morgen). Aber zum Glück schmeckt diese Tarte immer richtig lecker (und immer ein wenig anders) - egal mit welchen Beeren (und in welcher Mischung)!


Für den Teig:

100 gr Zucker
250 gr Mehl
125 gr kalte Butter
1 Ei
Prise Salz

Alle Zutaten zu einem Teig verkneten, in eine Tarteform drücken und kalt stellen.


Für den Belag:

80 gr geschmolzene Butter
2 Eier (Eigelb vom Eiweiß trennen)
50 gr Zucker
250 gr Quark
25 gr Mehl
1 El Vanillezucker
Prise Salz

Beeren (z.B. Johannisbeeren, Heidelbeeren, Stachelbeeren, Himbeeren)

Alles bis auf die Eiweiße miteinander verrühren (ein wenig Butter zurücklassen). Die Eiweiße steif schlagen und vorsichtig unterheben. Die Quarkmasse auf dem Teig verteilen, Beeren darüber streuen und mit der restlichen Butter übergießen.


Bei 180 Grad (vorgeheizt) für ca. 40 Minuten in den Ofen schieben. Nach dem Abkühlen (wer mag) mit Puderzucker bestäuben.


Die Wald-Heidelbeeren sind hier übrigens auch schon fast reif  - ich denke, wir werden in der nächsten Zeit mal den Eifelwald besuchen (es muss ja nicht immer Schweden sein ;-))

Guten Appetit!

Liebe Grüße
Leni


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Caros Grünzeug 
Freutag 


Samstag, 1. Juli 2017

Hallo Juli!


Der Juli strahlt in allen Blautönen. Blau wie das Wasser im Meer, der wolkenlose Himmel, die Blaubeeren und die Kornblumen, der Rittersporn, der Lavendel. Das Leben ist im Juli so herrlich leicht. Die Ferienzeit ist bereits da oder fängt im Juli an. Jetzt werden große Abenteuer geplant oder es wird einfach nur in den Tag hinein gelebt.
Die Gemüsebeete sind jetzt üppig gefüllt, die Vielfalt an Obst aus dem Garten, vom Markt oder aus südlicheren Ländern ist im Juli überwältigend. Wir versuchen den süßen Geschmack des Sommers  zu konservieren, in dem wir die Opulenz des Juli in Gläser abfüllen. Und wer die Geschichte von der Maus "Frederick" kennt, weiß, dass wir uns für die kalten, tristen Wintermonate noch mehr aufbewahren sollten: die Farben des Sommers, den Geruch vom Meer, frisch gemähtem Rasen und Regen auf der noch warmen Erde, das Gefühl von Sonnenstrahlen auf der Haut, Sand unter den Füßen, Muscheln in den Händen, den Gesang der Vögel früh morgens und so vieles mehr.


Wir freuen uns im Juli auf:

* Ferien! Ferien! Ferien! Hier in NRW ist es Mitte des Monats soweit (dann kommt auch unser Sommerferien-To-Do-Liste wieder ;-)).

* Wasser. In jeglicher Weise. Meer, Fluss, See, Teich, Bach, Planschbecken, Rasensprenger, Zinkwanne. Denn statistisch gesehen hat der Juli die meisten Sonnenstunden und die heißesten Tage.

* Blaubeeren, Wassermelonen, Pfirsiche, Aprikosen, Nektarinen.

* selbstgemachtes Eis. Geht so einfach - ist so lecker!

* die ersten Kartoffeln.

*  die letzten Sommerfeste vor den Ferien.

* lange, laue Nächte.

* Gemüse! Bohnen, Zucchini, Brokkoli, Mangold, Gurken, Fenchel, rote Beete, Salate und die ersten Tomaten (habe ich was vergessen?)!

* Kirschen. Die schmecken jetzt im Juli einfach so richtig gut. Und fordern uns auch athletisch heraus: im Kirschkern-Weitspuck-Wettbewerb. Wenn man die Kerne wieder einsammelt, abkocht und trocknet, kann man sie übrigens noch für selbstgemachte Kirschkern-Kissen verwenden (und hat so auch wieder ein Stück Sommer konserviert).

* Sonnenblumen und Hortensien.

* Schätze vom Strand. Muscheln, Steine, Treibholz. Für den Jahreszeitentisch oder zum Basteln.

* aufs Einmachen. Natürlich Marmelade und Gelee, aber auch rote Beete und kleine Einlegegurken kommen jetzt ins Glas.

* Lagerfeuer und Sternenhimmel.



Ich wünsche Euch einen wunderschönen Juli! Genießt ihn in vollen Zügen!

Liebe Grüße
Leni



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Dienstag, 20. Juni 2017

Sommersonnenwende im Garten



Im Juni steht im Garten allen im Zeichen des Wachstums. Die Kürbispflanze streckt sich täglich mehrere Zentimeter in alle Richtungen, der Mais und die Bohnen bieten sich einen Wettkampf im Wachsen und an den Tomaten-, und Gurkenpflanzen erscheinen die ersten Früchte. Die Kartoffeln blühen (und ich kann verstehen, warum man sie in früheren Zeiten als "Zierpflanze" nach Europa brachte - sie blühen ganz prächtig),  die ersten Klaräpfel zeigen sich am Baum und ja, passend zum bevorstehenden Johannistag, wandern hier die ersten reifen Johannisbeeren, Himbeeren und Stachelbeeren direkt vom Strauch in den Mund.


Jetzt, kurz vor der Sommersonnenwende, ist der beste Zeitpunkt um Kräuter, Blätter und Blüten für Tinkturen, Tees und als Gewürz zusammeln. Die Heilkraft der Pflanzen ist jetzt am größten. Und so trocknen hier bereits büschelweise Kräuter wie Liebstöckel (so lecker zu deftigen Suppen), Rosmarin und Salbei. Malvenblüten, Himbeerblätter (super gegen Durchfall), Brennessel und die letzten Holunderblüten (gegen Erkältungen) lasse ich auf einem Ständer mit Platten trocknen, um später meine eigene Teemischung herzustellen. Das Johanniskraut sonnt sich im Öl (und wird gegen leichten Sonnenbrand und Insektenstichen verwendet) und der Beinwell löst sich langsam im Wasser als Jauche auf und stärkt dann die Tomaten, Kürbisse und den Kohl.



Der Juni ist einfach nur zum Genießen da. Diese Blütenpracht, die herrlichen Düfte und der Beerengenuss, dazu lange, laue Abende und nackte Füße.
Ein Hoch auf die längsten Tage im Jahr!

Liebe Grüße
Leni


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Freitag, 16. Juni 2017

10 Dinge, die man von einem Waldorfkindergarten lernen kann


Meine Kinder gehen in einen Waldorfkindergarten. Für uns war und ist dieser Waldorfkindergarten (zu dem wir morgens immerhin eine fünfzehnminütige Autofahrt zurücklegen müssen) genau das Richtige. Von vielen Seiten bekam und bekomme ich immer noch hin und wieder Fragen zum Waldorfkonzept gestellt und versuche Vorurteilen auszuräumen. "Waldorf sei rückständig, gehe nicht mit der Zeit, sei zu dogmatisch. Die Kinder würden nicht auf die Schule oder das "wahre Leben" vorbereitet". Das höre ich am häufigsten. 

Nun, ich denke, jede Kindergarten- oder KiTa-Einrichtung ist anders (auch bei gleichem Konzept) und wird geprägt durch die Erzieher, Eltern und Kinder. Deshalb muss nicht jeder Waldorfkindergarten für jedes Kind gut sein oder KiTas mit z.B. einem offenen Konzept schlecht. Ich glaube aber, dass die Kernüberzeugungen der Waldorfpädagogik richtig sind, merke, dass meine Kinder darin aufblühen.

Und ich bin überzeugt, dass die folgenden einfachen, aber grundlegenden Aussagen der Waldorfpädagogik, jedem Kind zugute kommen, egal, ob man mit Steiners Philosophie etwas anfangen kann oder eine Waldorf-Einrichtung besucht.


1. Kinder frei spielen lassen

Viele Eltern verbinden mit Waldorf-Kindergärten vor allem damit, dass die Kinder dort die ganze Zeit "nur" spielen. Tatsächlich nimmt das freie Spiel einen großen Teil im Tagesablauf ein, wechselt sich ab mit der Einkehr zum Beispiel zum Reigen oder zum gemeinsamen Essen. Es unterliegt keiner Weisung oder Ordnung. Die Kinder bringen das in ihrem Spiel unter, was sie bewegt. Es ist geprägt von Phantasie, Bewegung und der puren Lust am Tätigsein.
Wie wichtig das freie Spiel für Kinder ist, wird gerade viel thematisiert. Allen voran der Hirnforscher Prof. Hüther plädiert in seinen Büchern und Vorträgen immer wieder dafür, den Kindern Zeit und Raum für freies (unstrukturiertes) Spielen zugeben. "Freies Spiel", so sagt er,  "fördert die neuronale Vernetzung und die Kreativität."
Kindergarten (Schule), Sport, Musik und andere Hobbies nehmen viel Zeit im Tagesablauf ein, so dass vielen Kinder kaum noch die Möglichkeit gelassen wird sich selbst zubeschäftigen, sich in sich zukehren, für sich zu sein.
Schenkt eurem Kind mehr Zeit zum Spielen. Es lohnt sich.


2. Kindern brauchen weniger Spielzeug, das mehr Freiraum für Fantasie lässt

Als wir zum Kennenlern-Tag in den Waldorf-Kindergarten kamen und uns alle begrüßt hatten, zupfte mich mein Sohn an der Jacke und sagte leise: "Mama, hier gibt es ja gar kein Spielzeug!". Und tatsächlich, hier standen auf den ersten Blick nur Spielständer mit Tüchern. Kurze Zeit später hatte er sich eine Küche zurecht gerückt, ein Tuch als Schürze umgebunden und war in seinem Spiel vertieft.

Kinder spielen mit allem, was um sie herum ist. Vor allem aber mit Dingen, die ihre Fantasie anregen. Ein Holzklotz ist mal Auto, mal Bügeleisen, mal Kuchen. Ein Stock mal Schwert, Zauberstab oder Pferd. Ein Tisch mal Küche, Höhle oder (umgedreht) ein Schiff. Je detailgenauer und wahrheitsgetreuer Spielzeug ist, umso weniger lässt es Freiraum für die Fantasie. Natürlich finden gerade kleinere Kinder auch diese bunten Plastiksachen, die furchtbare Geräusche auf Knopfdruck (oder auch permanent) machen, im ersten Moment anziehend. Aber ein richtiges Spiel entsteht damit nicht (und nein, damit lernt sicherlich kein Kind sprechen oder die zahlen von 1-10).
Natürlich haben auch meine Kinder Lego und Playmobil Spielzeug (an das man ab einem gewissen Alter nicht mehr vorbeizukommen scheint). Aber tatsächlich ist es auch so, dass je voller die Kinderzimmer mit Spielzeug sind, es umso langweiliger für die Kinder wird. Weniger Spielzeug hingegen lässt Kindern Raum Beziehungen zu anderen Kindern und Personen einzugehen und zuvertiefen (das sieht man gerade auch im Spiel mit Geschwistern) und überreizt die Kinder nicht.*
Natürliche Materialien regen die Sinne an. Holz, Wolle, Zapfen, Steine - auch daraus lassen sich ganze Welten erschaffen.



3. Mit Kindern raus in die Natur gehen

Kinder brauchen die Natur.
Kinder brauchen Dreck, Matsch und Sand, Luft, Vogelgesang, Bäume und Blumen, Regen und Sonnenschein. Nicht nur zur Stärkung des Immunsystems. Sie wollen die Welt fühlen, riechen, hören, sehen und auch - schmecken. Eine Verbundenheit zur Natur bekommen Kinder nur, wenn sie so oft wie möglich draußen sind (egal bei welchen Wetter). Sie begegnen ihr und ihren Lebewesen mit Neugierde, Achtsamkeit und Liebe, wenn wir ihnen die Gelegenheit dazu geben. Also nichts wie raus in die Natur zum Wandern, Früchte und Nüsse sammeln, Staudämme bauen und auf Bäume klettern, an den Strand gehen oder einen Bauernhof besuchen. Das gilt übrigens nicht nur für Kinder. Auch bei uns Erwachsenen wirkt die Natur restorativ.
Die Natur braucht Kinder.
Was man als Kind geliebt hat, behält man als Erwachsener im Herzen. Und was man liebt, das schützt man.



4. Mit Kindern einen Rhythmus finden

Montag ist Kartoffeltag. Dienstags gibt es selbstgebackene Brötchen zum Frühstück und Suppe zum Mittag, am Freitag kommt immer die Eurythmielehrerin in den Kindergarten. Der Tag und die Woche im Kindergarten hat einen immer wiederkehrenden Ablauf (genau wie das Jahr mit all seinen Jahresfesten). Diese festen Bestandteile sind wie Balken für ein Haus. Sie geben Struktur, Halt und Sicherheit. Gerade für kleine Kinder. Durch die für sie erkennbare Struktur der Woche, und das Wiedererkennen des Ablauf, können sie sich auf andere Dinge konzentrieren. Auf ihr Spiel. Auf das Wachsen und Lernen.
Und auch die kleinen Wiederholungen, z.B. ein Tischgebet zum Essen, helfen den Kindern in der für sie noch so sehr komplexen Welt zurecht zu kommen (wehe, wir vergessen zu Hause das Tischgebet vor der Mahlzeit). Oder ein festes Abendritual (z.B. erst Zähneputzen, dann eine gute Nachtgeschichte, ein Vers, ein Kuss).
Nocheinmal. Mit festen Ritualen und Abläufen am Tag kommen Kinder zu einer inneren Ruhe und Ausgeglichenheit. Das Vorhersehbare, das Vertraute gibt ihnen Sicherheit.


5. Den Fernseher ausschalten

Den Zugang zur Welt bekommen die Kinder durch ihre Sinnesorgane. Erst wenn sie Dinge riechen, sehen, schmecken, hören und fühlen können, entsteht ein vernetztes Denken. Kinder müssen "echte" Erfahrungen machen, sich mit der Welt auseinandersetzten. Medien hingegen sind nicht die Realität, sie vermitteln sie nur. Diese Unterscheidung zwischen Realität und Fiktion gelingt aber erst ab dem 10. Lebensjahr sicher. Daher lehnt die Waldorfpädagogik Fernsehen im Kindergartenalter strikt ab.

Und obwohl ich dem im Grunde zustimme, schaue ich mir mit meinen Kindern (8, 6 und 5 Jahre alt)  ab zu mal einen Kinderfilm an. An langen Winterabenden oder verregneten Sommertagen. Vielleicht weil es auch zu meinen Kindheitserinnerung gehört, mit anderen Kindern zusammen (mit Eis und Popcorn in den Händen) "Ronja Räubertochter" geguckt zu haben. Einen Fernseher im klassischen Sinne haben wir nicht. Bei uns gibt es auch keine Fernsehprogramme. Das tut uns allen gut.


6. Kindern mehr zutrauen

Im Waldorf-Kindergarten sind scharfe Messern, Kerzen und Streichhölzern nicht tabu. Statt alles aus Sicherheitsgründen vor den Kindern zuverbannen, wird den Kindern der sichere Umgang mit der Gefahr beigebracht. So stehen bei Feierlichkeiten natürlich brennende Kerzen auf dem Tisch. Genauso werden die Martinslaternen mit echten Kerzen bestückt und die Stöcke, die die Laternen halten, selbst zurecht gesägt.
Kinder können mehr als wir denken. Wenn ich meine Kinder schnitzen sehe, oder sie Nägel in einen Baumstamm hämmern, bin ich immer wieder überrascht wie konzentriert und andächtig sie bei der Sache sind (und habe trotzdem immer ein paar Pflaster in der Hosentasche). Wir sollten unseren Kindern ruhig mehr zutrauen. Ob es Messer und Kerzen sind, Hammer und Nagel oder das Klettern auf Bäumen. Unser Vertrauen in sie stärkt ihr Selbstbewusstein und lässt sie riskante Situationen besser einschätzen lernen.



7. Mit Kindern Jahreszeitentische gestalten

Seid meine "großen" Kinder klein waren haben wir einen Platz im Haus, den wir jahreszeitlich schmücken und den wir mit allen Schätzen, die wir von Spaziergängen mitbringen, dekorieren. Als die Kinder eigene Zimmer bekamen, wollten sie auch eigene kleine Jahreszeitentische, die sich im Laufe der Jahre weiter entwickelt haben. Früher hatten wir nur Blumen und Wald- bzw. Naturmaterial auf dem Platz stehen (alles in einer Größe, die unverschluckbar war), dann kamen auch Figuren und Stoffe dazu. Mittlerweile haben wir einen ganzen Korb voll mit Material für die Jahreszeitentische: Tücher, Postkarten, gefilzte oder hölzerne Tiere, Steine, Geoden, Muscheln, Wurzeln, Äste, Zapfen und Zwerge. Die Tische verändern sich manchmal täglich, weil neue gesammelte Dinge dazu kommen, neue Bilder und Szenen nachgestellt werden oder meine Kinder einfach mit den Dingen spielen.
Ein Jahreszeitentisch reflektiert die Stimmung eines Monats oder einer Jahreszeit und schenkt den Kindern Verbundenheit mit der Natur. Ein Platz dafür lässt sich leicht auf einer Kommode oder einem Sideboard finden und mit Fundstücken aus der Natur gestalten.



8. Ein Vorbild sein
Ob es die einfachen hauswirtschaftlichen Dinge des Lebens sind oder sprachliche, musikalische, handwerkschaftliche oder gar wissenschaftliche Dinge. Jeder Moment ist eine Gelegenheit zu lernen. Wie kocht man, wie wäscht man Wäsche, wie hält man das Zuhause sauber, wie repariert man etwas? Sobald uns Kinder bei diesen alltäglichen Aufgaben sehen, fangen sie an es uns nachzumachen. Und deshalb sollte man sie mit einbinden, wenn sie das möchten (und mitmachen wollen Kinder eigentlich immer).

"Aber das Kind lernt eben nicht durch Belehrung, sondern durch Nachahmung." Rudolf Steiner.

Kinder lernen durch Nachahmung (am intensivsten wirkt die Nachahmung übrigens im Säuglingsalter und bis zur Schulzeit) und für alles Lernen ist Beziehung und Freude wichtig. Und das macht uns Eltern in erster Linie zu den Lehrern unserer Kinder. Wir sind dafür da Werte, gutes Benehmen und Ehrlichkeit zuvermitteln. Das birgt aber auch eine gewisse Verantwortung. Ich kann meinem Kind nur das nahebringen, was ich auch selber wirklich lebe. Ich muss authentisch sein. Ich sollte nicht predigen, sondern vormachen.



9. Mit Kindern die Sprache entdecken: Reimen, Singen, Tanzen,Vorlesen

Meine Oma weckte mich jeden Morgen mit dem Spruch "Auf, auf, auf, auf, die liebe Frau Sonne lacht Dich schon aus...". Dabei machte sie immer "Frau Sonne" nach, wie über Feld und Flur wandert und nach mir Ausschau hielt. Heute bekommen meine Kinder diese Verse zu hören, während sie noch gähnend im Bett liegen. Auch wieder ein kleines Ritual, was den Kindern Sicherheit und Geborgenheit gibt. Darüber hinaus regen diese Reime, die einen festes Rhythmus haben und einhergehen mit einer Bewegung und/oder einer Melodie die Sprachbildung der Kinder an. Sprache, Rhythmus, Töne und Bewegung. Wenn wir einmal genau darauf achten, merken wir, dass wir uns immer bewegen wenn wir sprechen, wir gleiche Worte in unterschiedlichen Tonlagen erklingen lassen (je nachdem mit wem wir reden), einen Sprachrhythmus haben. Wir haben dabei immer eine Mimik und Gestik, der Körper bewegt sich immer mit und unterstützt das gesprochene Wort. Und andersherum finden Worte leichter einen Zugang in unseren Kopf, wenn sie mit einer Bewegung und Tönen verbunden sind.

Kinder lernen Sprache nur in einer sprechenden Umgebung. Deshalb gibt es im Waldorfkindergarten auch keine Sprachförderkurse. Aber dafür den Reigen (eine Zusammenstellung aus Sprüchen, Liedern, Finger- und Handbewegungen und Tänzen), Märchen, Puppenspiele, Lieder und die Eurythmie. Der Prozess der Sprachbildung wird so ganz natürlich durch die Begleitung der Worte mit Rhythmus, Musik und Gebärden unterstützt.

Die Sprache ist der Grundpfeiler jeder menschlichen Kultur. Erst durch die Sprache können wir Gedanken und Gefühle ausdrücken und mit anderen Menschen kommunizieren. Doch Sprache lernt man nicht passiv. Kinder lernen die Sprache am besten spielend und mit Freude.
Vorlesen, Singen, Reimen. Mit meinem Kind ins Gespräch kommen. Und das jeden Tag.


10. Jedes Kind ist einzigartig

Gerade bei Geschwistern merkt man wie unterschiedlich Kinder sein können. Haben sie doch die selben Eltern, das gleiche Umfeld. Und dennoch. Jedes Kind ist einzigartig und besonders, hat sein ganz eigenes Entwicklungstempo und hat seine ganz eigenen Bedürfnisse (in der Waldorfpädagogik spricht manchmal vom "inneren Plan" eines jeden Menschen). Es möchte geliebt und wahrgenommen werden und sich zu einem freien, gesunden Menschen entwickeln dürfen.

Bei uns Eltern setzt oft die Ungeduld ein, wenn wir merken, dass sich unser Kind langsamer als erwartet oder langsamer als andere Kinder entwickelt. Wenn andere, gleichaltrige Kinder früher laufen können, früher keine Windel mehr brauchen oder schon grammatikalisch fehlerfreie Sätze sprechen, setzten wir unser Kind oft einem Vergleich aus. Entwicklung verläuft aber nicht bei jedem Kind gleich und auch nicht linear.
Habt Vertrauen in euer Kind. Lasst ihm Zeit.
Erkennt seine Eigenarten an. Zwingt eure Kinder nicht zur Konformität. Stärkt ihr Selbstbewusstsein, indem ihr sie so liebt, wie sie sind.


Ein richtig gutes Interview zu vielen oben aufgeführten Punkten (und mit besseren Worten) gibt es hier zulesen.

Liebe Grüße
Leni



* Hierzu gibt es auch einen "Feldversuch" von Strick/Schubert, den spielzeugfreien Kindergarten .


P.S.: In der Waldorfpädagogik findet man noch viele andere gute Erkenntnisse, diese Liste ist also bei weitem nicht abschließend. Zugeben muss ich allerdings auch, dass ich auch einige von Rudolf Steiners Überzeugungen, Aussagen aus der Antroposohie und Waldorfpädagogik nicht teile. Ich suche mir (wenn man mir das vorwerfen möchte) für mich die Rosinen heraus.

Donnerstag, 1. Juni 2017

Hallo Juni, hallo Sommer!



Die Fenster stehen jetzt den ganzen Tag weit offen, Vogelgezwitscher ist allgegenwärtig. Die Natur quillt förmlich über vor Pflanzenfülle und bietet uns jetzt leckere Beeren und Kirschen, knackige Bohnen und Salate. Alles wächst und reift. Mit dem Juni ist der Sommer da, der Jahreskreis ist nun zur Hälfte beschritten. Die Tage sind jetzt am längsten und laden uns ein unsere Zeit draußen zu verbringen und zu feiern, auf Sommerfesten, Grillabenden, Hochzeiten und Picknicks. Der Juni hat so viel zu bieten und will genossen werden. Bei allen Terminen und Verpflichtungen, die der Alltag mit sich bringt, zeigt uns der Juni auf besonders eindrückliche Weise: das Leben lässt sich nicht verschieben oder vertagen. Jetzt ist die Zeit dafür!




Wir freuen uns im Juni auf:

* Pfingsten und Fronleichnam
* auf das Einkochen. Marmelade, Gelee, Chutney und Sirup. Denn jetzt werden die Johannisbeeren, Himbeeren und Stachelbeeren reif, und die Erdbeeren schmecken richtig fruchtig.
* duftende Rosen, farbenprächtige Lupine, Rittersporn, Phlox, Glockenblumen, Mohn und all die anderen wunderschönen Blumen und Stauden zeigen sich jetzt in ihrem schönsten Kleid.
* Mittsommer. Oder den Johannistag. Oder die Sommersonnenwende. Oder einfach den längsten Tag im Jahr.
* Glühwürmchen und Schmetterlinge
* Kräuter. Kurz vor dem höchsten Stand der Sonne sind ihre Heilkräfte am größten.
* Holunderblüten. Als Sirup, im Teig ausgebacken oder getrocknet als Tee.
* Sonnenstrahlen, die uns wecken. Laue Abende.
* Sommerfeste! Einen Grund zum feiern findet man jetzt ganz einfach :-)
* dicke Bohnen, Kohlrabi, Salate, Fenchel und den letzten Spargel


Auf was freut Ihr Euch im Juni?
Ich wünsche Euch einen wunderschönen Sommeranfang!
Liebe Grüße
Leni



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Sonjas Monatsmotto
Caros Grünzeug

Dienstag, 30. Mai 2017

Was wächst wo? Selbstgemachte Pflanzschilder!



Ich bin ein großer Fan von Pinterest. So viele tolle Ideen, Inspiration und wunderschöne Bilder auf einer Plattform - ich könnte (wenn ich Zeit hätte) stundenlang Pinnwände durchstöbern. Die Ideen, die mich am meisten begeistern, landen aber nicht nur auf meiner Pinterest-Pinnwand, sondern ausgedruckt in meinem, naja, sagen wir mal "Projektbuch". Obwohl das Digitale so allgegenwärtig und auch praktisch, wie platzsparend ist - ich brauche etwas für die Hand. Etwas zum Anfassen. Vielleicht ist das der Tatsache geschuldet, dass ich nicht mit den neuen Medien aufgewachsen bin. Vielleicht bin ich einfach altmodisch. Aber für meine Termine habe ich ein Kalenderbuch. Für meine Fotos ein Album oder Fotobuch. Ein Journal mit einer To-Do-Liste und täglichen Gedanken. Sogar für jedes meiner Kinder schreibe ich Bücher in Briefform. Und ich habe eben jenes Buch, in das ich Dinge die mich inspirieren, einklebe und reinschreibe. Wie auch diese Haselnussrutenstecker, die ich bei Pinterest entdeckte und sie sich dann kurze Zeit später ausgedruckt in meinem Projektbuch wiederfanden. Nicht, dass ich nicht wüßte, was in meinem Garten wächst. Nur eben weiß ich oft nicht wo.
Wenn die Pflanzen groß sind, erkennt man eigentlich sofort, mit wem oder was man es zu tun hat. Habt ihr aber schon mal Kohl-Jungpflanzen gesehen? Ob Kohlrabi, Weißkohl, Wirsing oder Rosenkohl - die sehen sich alle sehr ähnlich. Zudem passiert es mir häufig, dass ich noch ein paar Samentütchen in der Tasche habe und mal schnell ein leere Stelle im Beet fülle. Und wenn dann nach Tagen (oder Wochen) endlich kleine grüne Blätter zusehen sind, habe ich schon wieder vergessen welche Samentüte ich denn dort ausgeleert hatte (ich habe auch schon mal übrig gebliebene Saatkartoffeln schnell im Garten verteilt und mich dann Wochen später gewundert, wo überall das Kartoffelkraut herauskam). Damit ist aber jetzt Schluss - die Beete sind jetzt beschildert ;-)


Alles was man für die Stecken braucht sind Stöcke (entweder man hat sowieso immer Stöcke vor der Tür von Kindern, die von jedem Spaziergang welche mit nach Hause bringen oder schneidet sich Ruten von z.B. Haselnusssträuchern), ein Schnitz- oder Taschenmesser und einen Brandmalkolben (alternativ einen Permanentmarker). 

Bei dem heißen und sonnigen Wetter wächst und gedeiht im Froschhütten-Garten (und auch daheim) alles ganz wunderbar. Und zum Glück hatten wir immer mal auch Regen zwischen den Frühsommertagen. Wie sieht es bei Euch im Garten gerade aus?

Ich wünsche Euch einen schöne Dienstag!
Liebe Grüße
Leni

P.S.: Wenn Ihr mögt, schaut mal auf der Familienjahr-Pinnwand auf Pinterest vorbei!

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Creadienstag
Caros Grünzeug
HoT

Mittwoch, 24. Mai 2017

Aus dem Garten auf den Teller: Spargel-Kartoffelsalat


Wenn man mich fragen würde, was man unbedingt im Garten oder Hochbeet anbauen sollte, hmm, mich da festzulegen, würde mir schwer fallen. Es gibt so vieles an Kräutern und Gemüse, auf das ich nicht mehr verzichten möchte. Besonders freue ich mich im April und Mai auf den Schnittlauch, Ruccola, Dill und die Radieschen. Sie sind alle recht anspruchslos und unkompliziert im Anbau, blühen wunderschön und verleihen jedem Salat, jedem Kräuterquark und jedem Butterbrot das gewisse Etwas.


Die Jungs und ich lieben Kartoffelsalat (natürlich am liebsten mit unseren eigenen Kartoffeln aus dem Garten). Und mittlerweile sind wir recht kreativ, was die Kartoffelsalatvariationsmöglichkeiten betrifft. Mal mit Gurken und Dill, mit dicken Bohnen und Bohnenkraut, mit Brokkoliröschen oder Blumenkohl, ja sogar mit Wirsing und Linsen. Und jetzt im Mai, wo der Spargel Hochsaison hat, natürlich mit grünem Spargel und Radieschen, Schnittlauch und Ruccola.



Wir nehmen für eine Schüssel Kartoffelsalat:
1,5 kg festkochende Kartoffeln
1 Bund (500 gr. ) grünen Spargel
1 Bund Radieschen
1 Handvoll Ruccola
Schnittlauch oder Frühlingszwiebel, gerne auch Dill
Weißweinessig
Olivenöl
150 ml Gemüsebrühe
eine Prise Zucker (alternativ Agavendicksaft, Honig, oä.)
ein Tl Senf 
Salz und Pfeffer

Zubereitung:
Die Kartoffeln kochen, pellen und in Scheiben schneiden. Die Enden des Spargels abschneiden (gegebenenfalls das untere Drittel schälen) und die Stangen blanchieren. Radieschen waschen und schneiden, ebenso den Schnittlauch (und/oder die Frühlingszwiebel).  Das Dressing aus Essig, Öl, Salz, Pfeffer, Zucker (oder Agavendicksaft, Honig, etc.), Senf und Gemüsebrühe mischen. Alles zusammen in eine Schüssel geben und ein wenig ziehen lassen. Zuletzt den Ruccola dazu geben und noch einmal durchmischen.

Guten Appetit!


Ich wünsche Euch einen schönen Feiertag!

Liebe Grüße
Leni