Dienstag, 20. Juni 2017

Sommersonnenwende im Garten



Im Juni steht im Garten allen im Zeichen des Wachstums. Die Kürbispflanze streckt sich täglich mehrere Zentimeter in alle Richtungen, der Mais und die Bohnen bieten sich einen Wettkampf im Wachsen und an den Tomaten-, und Gurkenpflanzen erscheinen die ersten Früchte. Die Kartoffeln blühen (und ich kann verstehen, warum man sie in früheren Zeiten als "Zierpflanze" nach Europa brachte - sie blühen ganz prächtig),  die ersten Klaräpfel zeigen sich am Baum und ja, passend zum bevorstehenden Johannistag, wandern hier die ersten reifen Johannisbeeren, Himbeeren und Stachelbeeren direkt vom Strauch in den Mund.


Jetzt, kurz vor der Sommersonnenwende, ist der beste Zeitpunkt um Kräuter, Blätter und Blüten für Tinkturen, Tees und als Gewürz zusammeln. Die Heilkraft der Pflanzen ist jetzt am größten. Und so trocknen hier bereits büschelweise Kräuter wie Liebstöckel (so lecker zu deftigen Suppen), Rosmarin und Salbei. Malvenblüten, Himbeerblätter (super gegen Durchfall), Brennessel und die letzten Holunderblüten (gegen Erkältungen) lasse ich auf einem Ständer mit Platten trocknen, um später meine eigene Teemischung herzustellen. Das Johanniskraut sonnt sich im Öl (und wird gegen leichten Sonnenbrand und Insektenstichen verwendet) und der Beinwell löst sich langsam im Wasser als Jauche auf und stärkt dann die Tomaten, Kürbisse und den Kohl.



Der Juni ist einfach nur zum Genießen da. Diese Blütenpracht, die herrlichen Düfte und der Beerengenuss, dazu lange, laue Abende und nackte Füße.
Ein Hoch auf die längsten Tage im Jahr!

Liebe Grüße
Leni


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Freitag, 16. Juni 2017

10 Dinge, die man von einem Waldorfkindergarten lernen kann


Meine Kinder gehen in einen Waldorfkindergarten. Für uns war und ist dieser Waldorfkindergarten (zu dem wir morgens immerhin eine fünfzehnminütige Autofahrt zurücklegen müssen) genau das Richtige. Von vielen Seiten bekam und bekomme ich immer noch hin und wieder Fragen zum Waldorfkonzept gestellt und versuche Vorurteilen auszuräumen. "Waldorf sei rückständig, gehe nicht mit der Zeit, sei zu dogmatisch. Die Kinder würden nicht auf die Schule oder das "wahre Leben" vorbereitet". Das höre ich am häufigsten. 

Nun, ich denke, jede Kindergarten- oder KiTa-Einrichtung ist anders (auch bei gleichem Konzept) und wird geprägt durch die Erzieher, Eltern und Kinder. Deshalb muss nicht jeder Waldorfkindergarten für jedes Kind gut sein oder KiTas mit z.B. einem offenen Konzept schlecht. Ich glaube aber, dass die Kernüberzeugungen der Waldorfpädagogik richtig sind, merke, dass meine Kinder darin aufblühen.

Und ich bin überzeugt, dass die folgenden einfachen, aber grundlegenden Aussagen der Waldorfpädagogik, jedem Kind zugute kommen, egal, ob man mit Steiners Philosophie etwas anfangen kann oder eine Waldorf-Einrichtung besucht.


1. Kinder frei spielen lassen

Viele Eltern verbinden mit Waldorf-Kindergärten vor allem damit, dass die Kinder dort die ganze Zeit "nur" spielen. Tatsächlich nimmt das freie Spiel einen großen Teil im Tagesablauf ein, wechselt sich ab mit der Einkehr zum Beispiel zum Reigen oder zum gemeinsamen Essen. Es unterliegt keiner Weisung oder Ordnung. Die Kinder bringen das in ihrem Spiel unter, was sie bewegt. Es ist geprägt von Phantasie, Bewegung und der puren Lust am Tätigsein.
Wie wichtig das freie Spiel für Kinder ist, wird gerade viel thematisiert. Allen voran der Hirnforscher Prof. Hüther plädiert in seinen Büchern und Vorträgen immer wieder dafür, den Kindern Zeit und Raum für freies (unstrukturiertes) Spielen zugeben. "Freies Spiel", so sagt er,  "fördert die neuronale Vernetzung und die Kreativität."
Kindergarten (Schule), Sport, Musik und andere Hobbies nehmen viel Zeit im Tagesablauf ein, so dass vielen Kinder kaum noch die Möglichkeit gelassen wird sich selbst zubeschäftigen, sich in sich zukehren, für sich zu sein.
Schenkt eurem Kind mehr Zeit zum Spielen. Es lohnt sich.


2. Kindern brauchen weniger Spielzeug, das mehr Freiraum für Fantasie lässt

Als wir zum Kennenlern-Tag in den Waldorf-Kindergarten kamen und uns alle begrüßt hatten, zupfte mich mein Sohn an der Jacke und sagte leise: "Mama, hier gibt es ja gar kein Spielzeug!". Und tatsächlich, hier standen auf den ersten Blick nur Spielständer mit Tüchern. Kurze Zeit später hatte er sich eine Küche zurecht gerückt, ein Tuch als Schürze umgebunden und war in seinem Spiel vertieft.

Kinder spielen mit allem, was um sie herum ist. Vor allem aber mit Dingen, die ihre Fantasie anregen. Ein Holzklotz ist mal Auto, mal Bügeleisen, mal Kuchen. Ein Stock mal Schwert, Zauberstab oder Pferd. Ein Tisch mal Küche, Höhle oder (umgedreht) ein Schiff. Je detailgenauer und wahrheitsgetreuer Spielzeug ist, umso weniger lässt es Freiraum für die Fantasie. Natürlich finden gerade kleinere Kinder auch diese bunten Plastiksachen, die furchtbare Geräusche auf Knopfdruck (oder auch permanent) machen, im ersten Moment anziehend. Aber ein richtiges Spiel entsteht damit nicht (und nein, damit lernt sicherlich kein Kind sprechen oder die zahlen von 1-10).
Natürlich haben auch meine Kinder Lego und Playmobil Spielzeug (an das man ab einem gewissen Alter nicht mehr vorbeizukommen scheint). Aber tatsächlich ist es auch so, dass je voller die Kinderzimmer mit Spielzeug sind, es umso langweiliger für die Kinder wird. Weniger Spielzeug hingegen lässt Kindern Raum Beziehungen zu anderen Kindern und Personen einzugehen und zuvertiefen (das sieht man gerade auch im Spiel mit Geschwistern) und überreizt die Kinder nicht.*
Natürliche Materialien regen die Sinne an. Holz, Wolle, Zapfen, Steine - auch daraus lassen sich ganze Welten erschaffen.



3. Mit Kindern raus in die Natur gehen

Kinder brauchen die Natur.
Kinder brauchen Dreck, Matsch und Sand, Luft, Vogelgesang, Bäume und Blumen, Regen und Sonnenschein. Nicht nur zur Stärkung des Immunsystems. Sie wollen die Welt fühlen, riechen, hören, sehen und auch - schmecken. Eine Verbundenheit zur Natur bekommen Kinder nur, wenn sie so oft wie möglich draußen sind (egal bei welchen Wetter). Sie begegnen ihr und ihren Lebewesen mit Neugierde, Achtsamkeit und Liebe, wenn wir ihnen die Gelegenheit dazu geben. Also nichts wie raus in die Natur zum Wandern, Früchte und Nüsse sammeln, Staudämme bauen und auf Bäume klettern, an den Strand gehen oder einen Bauernhof besuchen. Das gilt übrigens nicht nur für Kinder. Auch bei uns Erwachsenen wirkt die Natur restorativ.
Die Natur braucht Kinder.
Was man als Kind geliebt hat, behält man als Erwachsener im Herzen. Und was man liebt, das schützt man.



4. Mit Kindern einen Rhythmus finden

Montag ist Kartoffeltag. Dienstags gibt es selbstgebackene Brötchen zum Frühstück und Suppe zum Mittag, am Freitag kommt immer die Eurythmielehrerin in den Kindergarten. Der Tag und die Woche im Kindergarten hat einen immer wiederkehrenden Ablauf (genau wie das Jahr mit all seinen Jahresfesten). Diese festen Bestandteile sind wie Balken für ein Haus. Sie geben Struktur, Halt und Sicherheit. Gerade für kleine Kinder. Durch die für sie erkennbare Struktur der Woche, und das Wiedererkennen des Ablauf, können sie sich auf andere Dinge konzentrieren. Auf ihr Spiel. Auf das Wachsen und Lernen.
Und auch die kleinen Wiederholungen, z.B. ein Tischgebet zum Essen, helfen den Kindern in der für sie noch so sehr komplexen Welt zurecht zu kommen (wehe, wir vergessen zu Hause das Tischgebet vor der Mahlzeit). Oder ein festes Abendritual (z.B. erst Zähneputzen, dann eine gute Nachtgeschichte, ein Vers, ein Kuss).
Nocheinmal. Mit festen Ritualen und Abläufen am Tag kommen Kinder zu einer inneren Ruhe und Ausgeglichenheit. Das Vorhersehbare, das Vertraute gibt ihnen Sicherheit.


5. Den Fernseher ausschalten

Den Zugang zur Welt bekommen die Kinder durch ihre Sinnesorgane. Erst wenn sie Dinge riechen, sehen, schmecken, hören und fühlen können, entsteht ein vernetztes Denken. Kinder müssen "echte" Erfahrungen machen, sich mit der Welt auseinandersetzten. Medien hingegen sind nicht die Realität, sie vermitteln sie nur. Diese Unterscheidung zwischen Realität und Fiktion gelingt aber erst ab dem 10. Lebensjahr sicher. Daher lehnt die Waldorfpädagogik Fernsehen im Kindergartenalter strikt ab.

Und obwohl ich dem im Grunde zustimme, schaue ich mir mit meinen Kindern (8, 6 und 5 Jahre alt)  ab zu mal einen Kinderfilm an. An langen Winterabenden oder verregneten Sommertagen. Vielleicht weil es auch zu meinen Kindheitserinnerung gehört, mit anderen Kindern zusammen (mit Eis und Popcorn in den Händen) "Ronja Räubertochter" geguckt zu haben. Einen Fernseher im klassischen Sinne haben wir nicht. Bei uns gibt es auch keine Fernsehprogramme. Das tut uns allen gut.


6. Kindern mehr zutrauen

Im Waldorf-Kindergarten sind scharfe Messern, Kerzen und Streichhölzern nicht tabu. Statt alles aus Sicherheitsgründen vor den Kindern zuverbannen, wird den Kindern der sichere Umgang mit der Gefahr beigebracht. So stehen bei Feierlichkeiten natürlich brennende Kerzen auf dem Tisch. Genauso werden die Martinslaternen mit echten Kerzen bestückt und die Stöcke, die die Laternen halten, selbst zurecht gesägt.
Kinder können mehr als wir denken. Wenn ich meine Kinder schnitzen sehe, oder sie Nägel in einen Baumstamm hämmern, bin ich immer wieder überrascht wie konzentriert und andächtig sie bei der Sache sind (und habe trotzdem immer ein paar Pflaster in der Hosentasche). Wir sollten unseren Kindern ruhig mehr zutrauen. Ob es Messer und Kerzen sind, Hammer und Nagel oder das Klettern auf Bäumen. Unser Vertrauen in sie stärkt ihr Selbstbewusstein und lässt sie riskante Situationen besser einschätzen lernen.



7. Mit Kindern Jahreszeitentische gestalten

Seid meine "großen" Kinder klein waren haben wir einen Platz im Haus, den wir jahreszeitlich schmücken und den wir mit allen Schätzen, die wir von Spaziergängen mitbringen, dekorieren. Als die Kinder eigene Zimmer bekamen, wollten sie auch eigene kleine Jahreszeitentische, die sich im Laufe der Jahre weiter entwickelt haben. Früher hatten wir nur Blumen und Wald- bzw. Naturmaterial auf dem Platz stehen (alles in einer Größe, die unverschluckbar war), dann kamen auch Figuren und Stoffe dazu. Mittlerweile haben wir einen ganzen Korb voll mit Material für die Jahreszeitentische: Tücher, Postkarten, gefilzte oder hölzerne Tiere, Steine, Geoden, Muscheln, Wurzeln, Äste, Zapfen und Zwerge. Die Tische verändern sich manchmal täglich, weil neue gesammelte Dinge dazu kommen, neue Bilder und Szenen nachgestellt werden oder meine Kinder einfach mit den Dingen spielen.
Ein Jahreszeitentisch reflektiert die Stimmung eines Monats oder einer Jahreszeit und schenkt den Kindern Verbundenheit mit der Natur. Ein Platz dafür lässt sich leicht auf einer Kommode oder einem Sideboard finden und mit Fundstücken aus der Natur gestalten.



8. Ein Vorbild sein
Ob es die einfachen hauswirtschaftlichen Dinge des Lebens sind oder sprachliche, musikalische, handwerkschaftliche oder gar wissenschaftliche Dinge. Jeder Moment ist eine Gelegenheit zu lernen. Wie kocht man, wie wäscht man Wäsche, wie hält man das Zuhause sauber, wie repariert man etwas? Sobald uns Kinder bei diesen alltäglichen Aufgaben sehen, fangen sie an es uns nachzumachen. Und deshalb sollte man sie mit einbinden, wenn sie das möchten (und mitmachen wollen Kinder eigentlich immer).

"Aber das Kind lernt eben nicht durch Belehrung, sondern durch Nachahmung." Rudolf Steiner.

Kinder lernen durch Nachahmung (am intensivsten wirkt die Nachahmung übrigens im Säuglingsalter und bis zur Schulzeit) und für alles Lernen ist Beziehung und Freude wichtig. Und das macht uns Eltern in erster Linie zu den Lehrern unserer Kinder. Wir sind dafür da Werte, gutes Benehmen und Ehrlichkeit zuvermitteln. Das birgt aber auch eine gewisse Verantwortung. Ich kann meinem Kind nur das nahebringen, was ich auch selber wirklich lebe. Ich muss authentisch sein. Ich sollte nicht predigen, sondern vormachen.



9. Mit Kindern die Sprache entdecken: Reimen, Singen, Tanzen,Vorlesen

Meine Oma weckte mich jeden Morgen mit dem Spruch "Auf, auf, auf, auf, die liebe Frau Sonne lacht Dich schon aus...". Dabei machte sie immer "Frau Sonne" nach, wie über Feld und Flur wandert und nach mir Ausschau hielt. Heute bekommen meine Kinder diese Verse zu hören, während sie noch gähnend im Bett liegen. Auch wieder ein kleines Ritual, was den Kindern Sicherheit und Geborgenheit gibt. Darüber hinaus regen diese Reime, die einen festes Rhythmus haben und einhergehen mit einer Bewegung und/oder einer Melodie die Sprachbildung der Kinder an. Sprache, Rhythmus, Töne und Bewegung. Wenn wir einmal genau darauf achten, merken wir, dass wir uns immer bewegen wenn wir sprechen, wir gleiche Worte in unterschiedlichen Tonlagen erklingen lassen (je nachdem mit wem wir reden), einen Sprachrhythmus haben. Wir haben dabei immer eine Mimik und Gestik, der Körper bewegt sich immer mit und unterstützt das gesprochene Wort. Und andersherum finden Worte leichter einen Zugang in unseren Kopf, wenn sie mit einer Bewegung und Tönen verbunden sind.

Kinder lernen Sprache nur in einer sprechenden Umgebung. Deshalb gibt es im Waldorfkindergarten auch keine Sprachförderkurse. Aber dafür den Reigen (eine Zusammenstellung aus Sprüchen, Liedern, Finger- und Handbewegungen und Tänzen), Märchen, Puppenspiele, Lieder und die Eurythmie. Der Prozess der Sprachbildung wird so ganz natürlich durch die Begleitung der Worte mit Rhythmus, Musik und Gebärden unterstützt.

Die Sprache ist der Grundpfeiler jeder menschlichen Kultur. Erst durch die Sprache können wir Gedanken und Gefühle ausdrücken und mit anderen Menschen kommunizieren. Doch Sprache lernt man nicht passiv. Kinder lernen die Sprache am besten spielend und mit Freude.
Vorlesen, Singen, Reimen. Mit meinem Kind ins Gespräch kommen. Und das jeden Tag.


10. Jedes Kind ist einzigartig

Gerade bei Geschwistern merkt man wie unterschiedlich Kinder sein können. Haben sie doch die selben Eltern, das gleiche Umfeld. Und dennoch. Jedes Kind ist einzigartig und besonders, hat sein ganz eigenes Entwicklungstempo und hat seine ganz eigenen Bedürfnisse (in der Waldorfpädagogik spricht manchmal vom "inneren Plan" eines jeden Menschen). Es möchte geliebt und wahrgenommen werden und sich zu einem freien, gesunden Menschen entwickeln dürfen.

Bei uns Eltern setzt oft die Ungeduld ein, wenn wir merken, dass sich unser Kind langsamer als erwartet oder langsamer als andere Kinder entwickelt. Wenn andere, gleichaltrige Kinder früher laufen können, früher keine Windel mehr brauchen oder schon grammatikalisch fehlerfreie Sätze sprechen, setzten wir unser Kind oft einem Vergleich aus. Entwicklung verläuft aber nicht bei jedem Kind gleich und auch nicht linear.
Habt Vertrauen in euer Kind. Lasst ihm Zeit.
Erkennt seine Eigenarten an. Zwingt eure Kinder nicht zur Konformität. Stärkt ihr Selbstbewusstsein, indem ihr sie so liebt, wie sie sind.


Ein richtig gutes Interview zu vielen oben aufgeführten Punkten (und mit besseren Worten) gibt es hier zulesen.

Liebe Grüße
Leni



* Hierzu gibt es auch einen "Feldversuch" von Strick/Schubert, den spielzeugfreien Kindergarten .


P.S.: In der Waldorfpädagogik findet man noch viele andere gute Erkenntnisse, diese Liste ist also bei weitem nicht abschließend. Zugeben muss ich allerdings auch, dass ich auch einige von Rudolf Steiners Überzeugungen, Aussagen aus der Antroposohie und Waldorfpädagogik nicht teile. Ich suche mir (wenn man mir das vorwerfen möchte) für mich die Rosinen heraus.

Donnerstag, 1. Juni 2017

Hallo Juni, hallo Sommer!



Die Fenster stehen jetzt den ganzen Tag weit offen, Vogelgezwitscher ist allgegenwärtig. Die Natur quillt förmlich über vor Pflanzenfülle und bietet uns jetzt leckere Beeren und Kirschen, knackige Bohnen und Salate. Alles wächst und reift. Mit dem Juni ist der Sommer da, der Jahreskreis ist nun zur Hälfte beschritten. Die Tage sind jetzt am längsten und laden uns ein unsere Zeit draußen zu verbringen und zu feiern, auf Sommerfesten, Grillabenden, Hochzeiten und Picknicks. Der Juni hat so viel zu bieten und will genossen werden. Bei allen Terminen und Verpflichtungen, die der Alltag mit sich bringt, zeigt uns der Juni auf besonders eindrückliche Weise: das Leben lässt sich nicht verschieben oder vertagen. Jetzt ist die Zeit dafür!




Wir freuen uns im Juni auf:

* Pfingsten und Fronleichnam
* auf das Einkochen. Marmelade, Gelee, Chutney und Sirup. Denn jetzt werden die Johannisbeeren, Himbeeren und Stachelbeeren reif, und die Erdbeeren schmecken richtig fruchtig.
* duftende Rosen, farbenprächtige Lupine, Rittersporn, Phlox, Glockenblumen, Mohn und all die anderen wunderschönen Blumen und Stauden zeigen sich jetzt in ihrem schönsten Kleid.
* Mittsommer. Oder den Johannistag. Oder die Sommersonnenwende. Oder einfach den längsten Tag im Jahr.
* Glühwürmchen und Schmetterlinge
* Kräuter. Kurz vor dem höchsten Stand der Sonne sind ihre Heilkräfte am größten.
* Holunderblüten. Als Sirup, im Teig ausgebacken oder getrocknet als Tee.
* Sonnenstrahlen, die uns wecken. Laue Abende.
* Sommerfeste! Einen Grund zum feiern findet man jetzt ganz einfach :-)
* dicke Bohnen, Kohlrabi, Salate, Fenchel und den letzten Spargel


Auf was freut Ihr Euch im Juni?
Ich wünsche Euch einen wunderschönen Sommeranfang!
Liebe Grüße
Leni



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Sonjas Monatsmotto
Caros Grünzeug

Dienstag, 30. Mai 2017

Was wächst wo? Selbstgemachte Pflanzschilder!



Ich bin ein großer Fan von Pinterest. So viele tolle Ideen, Inspiration und wunderschöne Bilder auf einer Plattform - ich könnte (wenn ich Zeit hätte) stundenlang Pinnwände durchstöbern. Die Ideen, die mich am meisten begeistern, landen aber nicht nur auf meiner Pinterest-Pinnwand, sondern ausgedruckt in meinem, naja, sagen wir mal "Projektbuch". Obwohl das Digitale so allgegenwärtig und auch praktisch, wie platzsparend ist - ich brauche etwas für die Hand. Etwas zum Anfassen. Vielleicht ist das der Tatsache geschuldet, dass ich nicht mit den neuen Medien aufgewachsen bin. Vielleicht bin ich einfach altmodisch. Aber für meine Termine habe ich ein Kalenderbuch. Für meine Fotos ein Album oder Fotobuch. Ein Journal mit einer To-Do-Liste und täglichen Gedanken. Sogar für jedes meiner Kinder schreibe ich Bücher in Briefform. Und ich habe eben jenes Buch, in das ich Dinge die mich inspirieren, einklebe und reinschreibe. Wie auch diese Haselnussrutenstecker, die ich bei Pinterest entdeckte und sie sich dann kurze Zeit später ausgedruckt in meinem Projektbuch wiederfanden. Nicht, dass ich nicht wüßte, was in meinem Garten wächst. Nur eben weiß ich oft nicht wo.
Wenn die Pflanzen groß sind, erkennt man eigentlich sofort, mit wem oder was man es zu tun hat. Habt ihr aber schon mal Kohl-Jungpflanzen gesehen? Ob Kohlrabi, Weißkohl, Wirsing oder Rosenkohl - die sehen sich alle sehr ähnlich. Zudem passiert es mir häufig, dass ich noch ein paar Samentütchen in der Tasche habe und mal schnell ein leere Stelle im Beet fülle. Und wenn dann nach Tagen (oder Wochen) endlich kleine grüne Blätter zusehen sind, habe ich schon wieder vergessen welche Samentüte ich denn dort ausgeleert hatte (ich habe auch schon mal übrig gebliebene Saatkartoffeln schnell im Garten verteilt und mich dann Wochen später gewundert, wo überall das Kartoffelkraut herauskam). Damit ist aber jetzt Schluss - die Beete sind jetzt beschildert ;-)


Alles was man für die Stecken braucht sind Stöcke (entweder man hat sowieso immer Stöcke vor der Tür von Kindern, die von jedem Spaziergang welche mit nach Hause bringen oder schneidet sich Ruten von z.B. Haselnusssträuchern), ein Schnitz- oder Taschenmesser und einen Brandmalkolben (alternativ einen Permanentmarker). 

Bei dem heißen und sonnigen Wetter wächst und gedeiht im Froschhütten-Garten (und auch daheim) alles ganz wunderbar. Und zum Glück hatten wir immer mal auch Regen zwischen den Frühsommertagen. Wie sieht es bei Euch im Garten gerade aus?

Ich wünsche Euch einen schöne Dienstag!
Liebe Grüße
Leni

P.S.: Wenn Ihr mögt, schaut mal auf der Familienjahr-Pinnwand auf Pinterest vorbei!

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Creadienstag
Caros Grünzeug
HoT

Mittwoch, 24. Mai 2017

Aus dem Garten auf den Teller: Spargel-Kartoffelsalat


Wenn man mich fragen würde, was man unbedingt im Garten oder Hochbeet anbauen sollte, hmm, mich da festzulegen, würde mir schwer fallen. Es gibt so vieles an Kräutern und Gemüse, auf das ich nicht mehr verzichten möchte. Besonders freue ich mich im April und Mai auf den Schnittlauch, Ruccola, Dill und die Radieschen. Sie sind alle recht anspruchslos und unkompliziert im Anbau, blühen wunderschön und verleihen jedem Salat, jedem Kräuterquark und jedem Butterbrot das gewisse Etwas.


Die Jungs und ich lieben Kartoffelsalat (natürlich am liebsten mit unseren eigenen Kartoffeln aus dem Garten). Und mittlerweile sind wir recht kreativ, was die Kartoffelsalatvariationsmöglichkeiten betrifft. Mal mit Gurken und Dill, mit dicken Bohnen und Bohnenkraut, mit Brokkoliröschen oder Blumenkohl, ja sogar mit Wirsing und Linsen. Und jetzt im Mai, wo der Spargel Hochsaison hat, natürlich mit grünem Spargel und Radieschen, Schnittlauch und Ruccola.



Wir nehmen für eine Schüssel Kartoffelsalat:
1,5 kg festkochende Kartoffeln
1 Bund (500 gr. ) grünen Spargel
1 Bund Radieschen
1 Handvoll Ruccola
Schnittlauch oder Frühlingszwiebel, gerne auch Dill
Weißweinessig
Olivenöl
150 ml Gemüsebrühe
eine Prise Zucker (alternativ Agavendicksaft, Honig, oä.)
ein Tl Senf 
Salz und Pfeffer

Zubereitung:
Die Kartoffeln kochen, pellen und in Scheiben schneiden. Die Enden des Spargels abschneiden (gegebenenfalls das untere Drittel schälen) und die Stangen blanchieren. Radieschen waschen und schneiden, ebenso den Schnittlauch (und/oder die Frühlingszwiebel).  Das Dressing aus Essig, Öl, Salz, Pfeffer, Zucker (oder Agavendicksaft, Honig, etc.), Senf und Gemüsebrühe mischen. Alles zusammen in eine Schüssel geben und ein wenig ziehen lassen. Zuletzt den Ruccola dazu geben und noch einmal durchmischen.

Guten Appetit!


Ich wünsche Euch einen schönen Feiertag!

Liebe Grüße
Leni

Mittwoch, 17. Mai 2017

Ein neues altes TShirt



Nachdem es nun wirklich höchste Zeit wird (heute soll es bis 31 Grad (!) warm werden), die dicken Pullover und gefütterten Hosen wieder im Keller zu verstauen, haben meine Jungs und ich uns letzte Woche mal den T-Shirt-Bestand angeschaut. Viele Shirts sind nach dem zweiten und dritten Weiterreichen und dem (gefühlten) 150. Waschgang natürlich einfach unansehnlich geworden. Zugegeben, viele Shirts gefallen mir besser, wenn sie ein wenig verwaschen aussehen, andere hingegen verschwinden mit den Wintersachen und werden nur noch unter den Pullovern angezogen.
Für ein verblasstes gelbes Shirt, was mir in die Hände fiel, überlegte ich mir jedoch ein Upcycling. Textilfarbe und Stempel hatten wir noch von anderen Projekten im Haus - das "neue" T-Shirt war schnell gemacht!


Gestempelt hat er es übrigens ganz alleine, sein neues Lieblingsshirt. Nur einen Kreis hatte ich ihm vorher als Orientierung aufgemalt.

So, und nun ab in den Garten, auf den Balkon, an den See, in den Wald, Park oder zur Eisdiele - der Sommer kommt!

Habt einen schöne Woche!
Liebe Grüße
Leni


P.S. : Schaut mal, wenn Ihr mögt, auf der Ideensammlung von EiNab (Einfach.Nachhaltig.Besser.Leben.) und Grünzeug vorbei - dort gibt es immer schöne Upcyclingsgeschichten, Rezepte und und grüne Tipps!

Freitag, 12. Mai 2017

Frühlingspicknick



Der Frühling zeigt sich gerade von seiner schönsten Seite. Die blühenden Apfelbäume, das hohe Gras auf den Wiesen, der Sonnenschein und die milden Temperaturen laden geradewegs dazu ein Picknickdecke und Essen mitzunehmen und ein Stück Kuchen draußen zu genießen.

Der Rhabarber aus unserem Garten hat (nach drei Jahren) endlich die Größe erreicht hat, in der er es verkraftet ein paar Stangen abzugeben. Daher habe ich die Äpfel von meinen Lieblingsapfelkuchen durch Rhabarber (plus ein wenig mehr Zucker) ersetzt. Der Kuchen geht ruckizucki, das Rezept findet ihr hier!  
Mit dem Kuchen und einer Wasserflasche in der Hand und den Jungs im Bollerwagen (der eigentliche Plan war den Kuchen im Bollerwagen von den Jungs ziehen zu lassen - aber Ihr wisst ja es kommt immer anders als man plant ;-)) fuhren wir nachmittags zu den Streuobstwiesen. Die Jungs sprangen dort durchs hohe Gras (zu Hause gab es dann einen Zecken-Check) und kletterten auf die Bäume, aßen zwischendurch ein paar Gabeln vom Kuchen und spielten verstecken. Mein Sechsjähriger verlor nach einem Sprung von einem umgefallenen Baum seinen ersten Wackelzahn - gefunden haben wir den Zahn im hohen Gras zwar nicht mehr, aber die Freude über die erste Zahnlücke war natürlich groß.
An solchen Tagen läuft die Zeit wieder langsamer. Mein Herz schlägt langsamer und weitet sich. Am liebsten würde ich diese Tag in ein Glas stecken und für immer bei mir tragen. Sie konservieren.

Nun ja, Bollerwagen (und Fahrrad), Picknickdecke und Kissen sind auf jeden Fall schon mal griffbereit. Für das nächste Picknick.



Habt Ihr auch solche Orte, an die es Euch immer zurückzieht? Das würde ich gerne hören (oder besser lesen)!
Habt einen schönen Freitag!
Liebe Grüße
Leni

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Caros Grünzeugsammlung,
 Freutag 
Sommer Blog

Montag, 8. Mai 2017

Auf dem Pflanzenmarkt



Es ist schon fast eine Tradition, der Besuch Ende April auf dem Jungpflanzenmarkt bei Apfelbachers in Bornheim. Und jedes Jahr kommen mehr Besucher, die sich für Kräuter, Beerensträucher, vorgezogenes Gemüse und einjährige Blumen, Stauden und eine große Auswahl an Tomaten interessieren und den Garten dort genießen.
Wir kommen vor allem wegen den Kürbissen. Kürbisse kreuzen sich gerne untereinander (und auch gerne mit Zucchini), weshalb ich von unseren Kürbissen im Garten keine sortenreinen Samen entnehmen kann. Und außerdem haben wir schlicht und ergreifend zu wenige Fensterbänke im Haus um neben den Tomaten, Salaten, dem Kohl, Fenchel und Kohlrabi noch mehr Gemüse vorzuziehen. Umso mehr freue ich mich auf die Vielfalt, die auf dem Pflanzenmarkt angeboten wird. Aber natürlich ist es nicht bei Kürbissen (und einjährigen Blumen) geblieben - was anderen Menschen bei Ikea passiert, passiert mir hier. Ich gehe immer mit mehr nach Hause als ich auf meiner Einkaufsliste stehen habe (am Ende mit zwei grünen Klappkisten).


In das Gewächshaus durften am Wochenende die Gurken einziehen, die Salate, Fenchel, Brokkoli und Blumenkohl stehen jetzt in den Beeten und auch die Kürbisse sind bereits in der Erde (dank der kleinen helfenden Hände). Noch sind die Jungspflanzen so klein, dass, falls es noch einmal frostige Nächte geben sollte, man ihnen ein Glas gegen die Kälte überstülpen kann (ich nehme dafür große Einmachgläser).

"Erde, die uns dies gebracht,
Sonne, die es reif gemacht,
liebe Sonne, liebe Erde,
euer nie vergessen werde!", murmelte das Kind zu den Händen oben auf dem Foto, während es den Salat pflanzte. Das ist der Spruch zum gemeinsamen Essen im Kindergarten (übrigens von Christian Morgenstern). Wie passend, oder? ;-)

Ich wünsche Euch einen guten Start in die neue Woche!
Liebe Grüße
Leni