Mittwoch, 25. Januar 2017

Saatgut gewinnen



Im Januar beginnt bei uns das neue Gartenjahr. Während die Beete im Garten unter Schnee liegen und der Boden gefroren ist, sortieren wir die Schätze des Spätsommers: die Samen. Jedes Jahr lasssen wir ein oder zwei Exemplare jeder Gemüsepflanze blühen und sich versamen (dazu ist das Buch "Pflanzensamen" von Josie Jeffrey sehr hilffreich). So ernten wir unsere eigenen Samen für das kommende Gartenjahr und machen mit den Blüten (sehr beeindruckend blüht zum Beispiel der Brokkoli) auch den Bienen und anderen Insekten eine Freude.



In meinem Gartenbuch plane ich bereits im Januar die Beete für das Frühjahr, den Sommer, Herbst und Winter. Ich beachte dabei die Fruchtfolge, Vor- und Nachkultur und natürlich die "Nachbarschaftsvorlieben" der verschiedenen Gemüsepflanzen. Die Hochbeete wiederum, die jedes Jahr neu geschichtet werden, werden fast immer gleich bepflanzt. Nach einigen Jahren weiß man, welche Pflanze sich an welchen Ort und in welcher Gesellschaft sich wohlfühlt. Das Gartenbuch erinnert mich außerdem daran, welche Sorten besonders schmackhaft waren (gerade bei den Tomaten kann man leicht den Überblick verlieren), welche ein Misserfolg waren (ich lasse die Finger von Artischocken), was ich wann und wie gedüngt habe. Im letzten Jahr haben die Kinder noch eine Niederschlagstabelle in das Gartenbuch eingefügt. Mit Hilfe einer selbstgebastelten Regenauffangstation (einem Messbecher) und einem Thermometer, haben wir die Wetterdaten von April bis September gesammelt. Erst wenn man sein Obst und Gemüse selber anbaut, merkt man wichtig die Wetterbeobachtung und wie groß der Einfluss des Wetters auf den Ernteerfolg ist (auch wenn man als Konsument, der im Laden seine Lebensmittel kauft, davon wenig spürt).
Jetzt im Januar prüfe ich meine Saatgut-Bestände. Auch wenn wir einiges an Saatgut selber ziehen und ernten - vieles (wie zum Beispiel Möhren, die sich erst im zweiten Jahr versamen) kaufen und tauschen wir.


Gute Bezugsquellen sind Dreschflegel, Bingenheimersaatgut (auch in gut sortierten Biomärkten erhältlich), Ven, Vern und Reinsaat (für den österreichischen Raum), die sich für den Erhalt der Vielfalt von Pflanzen einsetzen. Abstand nehmen würde ich von Saatgut aus dem Baumarkt. Das dort verkaufte Saatgut stammt in der Regel von Unternehmen, die zugleich auch Pflanzenschutzmittel produzieren (z.B. Monsanto) und ist nicht sortenfest (das bedeutet, dass die Pflanzen nicht nachbaufähig sind).
Ein guter Ort um mehr über den Anbau von Obst, Gemüse, Blumen, die Saatgutgewinnung und  ökologisches Gärtnern zu erfahren sind Saatgutbörsen. Mittlerweile gibt es in vielen Städten solche Börsen, an denen man Saatgut tauschen oder kaufen kann. Termine findet man zum Beispiel unter www.nutzpflanzenvielfalt.de. Oder man besucht das Saagutfestival in Düsseldorf am 11. März (wir waren vor zwei Jahren dort - sehr empfehlenswert). Natürlich kann man Saatgut auch online tauschen. Mittlerweile gibt es nicht nur Facebook-Gruppen, sondern auch ganze Plattformen. Ich persönlich möchte allerdings den Menschen sehen, mit dem ich das Saatgut tausche (da bin ich altmodisch ;-)).



Am Anfang steht das Samenkorn. Zu sehen, wie aus einem einzigen, winzigen Samenkorn, das vom Herbst bis zum Frühjahr im Samentütchen ruhte (oder auch länger), eine stattliche Pflanze wird, ist immer sensationell. Nicht nur für Kinder.
Die Jungs und ich haben überlegt, welche Pflanzen am besten für Fensterbank, Balkon und/oder Garten geeignet sind, lecker und gut aussehen und trotzdem (so ein wenig) extravagant daherkommen.
Und die Samen dieser Pflanzen möchten wir mit euch teilen!


Wir verlosen drei Saatgut-Päckchen mit Samen von:

1. bunten Radieschen (rote, gelbe, violette, weiße und weiß-rote)
2. Kapuzinerkresse in unterschiedlichen Variationen
3. unserer Lieblings-Tomatensorte (eine kompakt wachsende Sorte mit kleinen, süßen Früchten),
die alle mit viel Liebe in unserem  (ökologisch) bewirtschaften Garten  gewachsen sind ♥


Wenn Ihr mitmachen möchtet, hinterlasst doch einfach einen Kommentar unter diesem Beitrag, bei Facebook oder Instagram. Teilnahmeschluss ist der 01.02.2017.

Liebe Grüße
Leni



P.S: Es gibt so viele gute Gründe sein eigenes Essen anzubauen. Im Dokumentarfilm "Tomorrow - die Welt ist voller Lösungen" (mein Weihnachtsgeschenk) überlegen die Aktivisten wie der Kollaps der Erde aufzuhalten ist. Ein Teil der Lösung (die aus vielen kleinen Puzzlestücken besteht) ist die (teilweise) Selbstversorgung der Menschen mit Nahrung (auch und gerade in der Stadt).
Lasst uns einfach anfangen :-)!


 
P.P.S: Grüne Ideen findet man jede Woche auch bei den Naturkindern!



Dienstag, 17. Januar 2017

Den Winter spüren und schmecken





Wir wohnen im Rheinland. Nein, das Rheinland gehört nicht zu den schneereichsten Regionen Deutschlands, weshalb bei uns die Freude riesengroß ist wenn hier endlich die ersten Flocken aus den Wolken fallen. In Windeseile werden die Schneeanzüge und Schneeschuhe, Mützen, Schals und Handschuhe angezogen und es geht hinaus. Während die Kinder sofort anfangen zu bauen und sich Schneeballschlachten zu liefern, genieße ich den Schneefall. Denn wenn der Schnee fällt, herrscht eine ganz besondere Atmosphäre. Der Himmel hat eine grau-rötliche Farbe angenommen und obwohl die Sonne verschwunden ist, wirkt die Welt hell und zugleich gedämpft. Und wenn ich die dicken Flocken fallen sehe, muss ich unweigerlich an Frau Holle denken. Der erste Schnee im Jahr (oder im Winter) ist etwas besonderes. Und hat für mich auch immer etwas magisches. Keine Schneeflocke gleicht der anderen und es gibt so viele verschiedene Arten von Schnee (das Lexikon nennt zum Beispiel Harsch, Griesel und Firn  -  letzteren wird man im Rheinland aber sicher nicht finden).
Der Schnee gestaltet die Landschaft und Natur komplett neu und eröffnet vielfältige Gestaltungsräume. Aus ihm kann man Schneepaläste und Gestalten bauen (letztes Jahr hatten wir gar keinen Schnee -  vielleicht bin ich deshalb so enthusiastisch :-)).
Im Gegensatz zu der Kälte und der Feuchtigkeit draußen im Schnee, stehen die wohlige Wärme im Haus, die kuschelige Kleidung und - Soulfood. Eintöpfe, Wintergemüse, Wintersalat und süßes Gebäck. Während wir im Dezember Weihnachtsgebäck und Januar Krapfen backen, sind im Januar Zimtschnecken angesagt. Und die backen wir wie folgt:



Das Zimtschnecken - Familienrezept:

Für den Teig:
500 gr Mehl
120 gr Zucker
100 gr geschmolzene Butter
1 Würfel Hefe aufgelöst in
280 ml warmer Milch
1 Prise Salz

Die Zutaten zu einem Teig verarbeiten  und diesen dann 30 min. zugedeckt gehen lassen.
Danach den Teig nochmals durchkneten, halbieren und zu einem Rechteck ausrollen.
Mit (der Hälfte von)
100 gr weicher Butter bestreichen und
150 gr Rohrzucker vermischt mit
2 EL Zimt bestreuen
und die Teigplatte der Länge nach zusammenrollen. Mit einem Messer Scheiben von der Rolle abschneiden und auf ein Backblech legen.
Mit der anderen Hälfte des Teigs ebenso verfahren.
Die Schnecken bei  180 Grad Umluft (vorgeheizt) 15 Minuten backen. Fertig!

Wir genießen dann mal den Schnee (so lange er noch liegt)!
Habt einen schönen Dienstag!

Dienstag, 10. Januar 2017

Aus Tannenbaum wird Mobilé


Die Idee dem Tannenbaum, der für wenige Tage oder Wochen unser Wohnzimmer als Weihnachtsbaum schmücken durfte, noch einen zweites Leben, einen weiteren Sinn zugeben ist nicht neu. Von Quirl bis Knopf, Schneckenschutz bis Badebomben, Aufhänger bis Brennholz (und sogar Löffel!) - viele Leute hatten schon richtig gute Einfälle.
Wir haben uns dieses Jahr auch mal an den Tannenbaum rangewagt, gerüstet mit Astschere, Messer und Schmirgelpapier.



Aus der Spitze haben wir einen Quirl geschnitzt (jeder gute Haushalt sollte doch einen Holzquirl besitzen :-)). Aus der Mitte des Baumes, zwischen einer Gabelung, haben wir dann ein Stück herausgeschnitten. Lange haben wir überlegt, wofür man es gebrauchen könnte. Vielleicht einen Regenschirm. Oder eine Wichtelbehausung. Eine Schale.
Schlussendlich ist aus dem Tannenbaumstück ein Wintermobilé für das kleinste Familienmitglied geworden.


Sollte das Mobilé, an dem man durch die kleinen Haken passend zur Jahreszeit auch andere (und auch schönere) Dinge hängen kann, dann irgendwann ausgedient haben, hängen wir es mit Meisenknödel (oder noch besser selbstgemachten Futter) bestückt als Vogelfutter-Karussell in den Garten.

Ich wünsche Euch einen schönen Dienstag!



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Donnerstag, 5. Januar 2017

In 2017


Ein frohes neues Jahr wünsche ich Euch! Ich hoffe, Ihr genießt noch die Winterferien, erfreut Euch am Schnee und hattet keinen Ärger mit der Sturmflut oder dem Blizzard von letzter Nacht.
Die ersten Tage im Januar fühlen sich immer so besonders an. So frei. So voller Möglichkeiten, voller Tatendrang und Inspiration. Eben weil in jedem Anfang ein Zauber innewohnt. Und so weiß wie der Schnee und die leeren Kalenderseiten, fühlt sich auch der Januar an. Weiß, die Nicht-Farbe, steht für die Möglichkeiten, die noch schlummern und sich erst im Laufe des Jahres zuerkennen geben. Und auch Janus, der römische Gott und Namensgeber für den ersten Monat im Jahr (und meinem Schul-Lateinbuch), steht für den Anfang (und das Ende), für Türen und Tore. Er wird mit zwei Gesichtern dargestellt, das eine Gesicht blickt nach vorne, das andere nach hinten. Und es ist genau diese Zeit, am Anfang des Januars, wo man das letzte Jahr noch in der Seele hat, aber der Kopf bereits durch eine neue Tür geschritten ist.


Für 2017 habe ich mir vorgenommen geduldiger sein. Mit mir, meinen Kindern, meinen Mitmenschen. Und dankbar. Für jeden Tag. Ich möchte die kleinen und großen Abenteuer suchen. Wachsen. Lernen. Mit und von meinen Kindern. Andere inspirieren und mich inspirieren lassen. Das sind viele Vorsätze, oder? Wie gut, dass das neue Jahr gerade erst begonnen hat.

Habt Ihr Pläne und Vorsätze für das neue Jahr? Ich würde mich freuen, davon zu lesen.
Habt ein frohes, neues Jahr!